- Regie
- Annette Pullen
- Bühne und Kostüme
- Iris Kraft
Die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo erinnert uns an einen Krieg, der das ehemalige Jugoslawien und den Balkan grundlegend verändert hat und immer noch nachwirkt. Als Dea Loher, eine der bekanntesten Dramatikerinnen unserer Gegenwart, 1995 ihr Stück schrieb, waren die Ereignisse Tagesaktualität.
Jane ist Anfang zwanzig und Mazedone. Vor dem drohenden Einsatz im Krieg und den schlechten wirtschaftlichen Aussichten ist er nach Deutschland geflohen. Sein Ziel und emotionaler Haltepunkt ist Risto, der alte Freund der Familie, der als regimekritischer Kommunist zwanzig Jahre zuvor selbst sein Land verlassen hatte. Doch aus der Nähe sehen die Dinge anders aus als in der Projektion. Das verklärte Idol Risto hält der lebendigen Überprüfung nicht stand, seine Heldentat war Verrat, seine Frau Terese verkauft sich, seine Tochter Agnes fristet ihr Leben an der Seite eines ungeliebten Mannes. Janes Anwesenheit ist der Katalysator, der die Lebenslügen und verschollenen Hoffnungen zu Tage fördert. Das Leben ist ein Geschäft, hallt ihm aus jedem Verhältnis entgegen. Nur ist es leichter, sich darüber zu empören, als es besser zu machen – diese Lektion in Demut muss auch Jane einstecken.
Annette Pullen, 1974 in Gelsenkirchen geboren, studierte Angewandte Theaterwissenschaft, Germanistik und Anglistik in Gießen. Ab 1997 arbeitete sie als Regieassistentin am Stadttheater Gießen, dann am Thalia Theater Hamburg. 2001 gab sie ihr Regiedebüt mit LIEBESNACHT, einem Projekt im Hamburger Thalia in der Gaußstraße. Seither inszenierte sie am Thalia Theater Hamburg, am Theater Kiel, am schauspielhannover, am Volkstheater Wien, am theater magdeburg sowie am Schauspiel Essen. 2007 wurde Annette Pullen mit dem Otto-Kasten-Preis für junge Theaterkünstler ausgezeichnet.
Gastspiel am Theater Aschaffenburg
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