„Johanna. Prahlhans. Aufschneider Gottes. Hast du wirklich geglaubt, du bist seine Tochter? Die Schwester von Jesus? Die Retterin Frankreichs? Die Jungfrau Maria?" – Fragen unserer Zeitgenossin, der Schriftstellerin Felicitas Hoppe, an Johanna von Orléans, 1412 im lothringischen Domrémy geboren, keine zwanzig Jahre später als Ketzerin verbrannt. Schiller beschäftigte sich im Jahre 1800 mit der ambivalenten Figur, welche während des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich mit göttlichem Sendungsbewusstsein plötzlich als Heilsbringerin im französischen Heerlager erscheint und den Sieg für den französischen Thronfolger entscheidet. Bei Schiller wird das eingerüstete, aber sanfte Mädchen der Überlieferung zur todbringenden Furie, die Kleist später für seine PENTHESILEA zum Vorbild dient. Wie dieser wird jener die Liebe zum tragischen Konflikt: verwundbar nicht durch ein ganzes Heer in Waffen, ist Johanna es durch ein Paar Augen, denen sie nicht rechtzeitig ausweicht. Die Kampfmaschine stockt, der Zweifel am eigenen Auftrag ist geboren. Wer ist diese Figur, deren Macht sich aus den Projektionen der anderen speist? Was können wir mit ihr anfangen in unserer Zeit, die wieder nach charismatischen Führerfiguren ruft?
Nach
FREMDES HAUS und der Uraufführung von Nis-Momme Stockmanns
KEIN SCHIFF WIRD KOMMEN, die zum Berliner und Heidelberger Stückemarkt und zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen wurde, sowie der katalanisch-deutschen Koproduktion
CAR WASH inszenierte
Annette Pullen zum vierten Mal am SCHAUSPIEL STUTTGART. Seit der Spielzeit 2011/12 ist sie leitende Schauspielregisseurin am Theater Osnabrück.
Hier zum Download ein Gespräch zwischen der Dramaturgin Kekke Schmidt und der Darstellerin der Titelrolle, Minna Wündrich. Erschienen ist dieser Artikel im Journal der Staatstheater, das Sie sich auch komplett
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