Das moderne Freiheitsversprechen ist verdächtig geworden, ist es doch für viele zu einem Imperativ der Flexibilisierung geworden: Sei frei, sei mobil, sei immer bereit! Wie aber lässt sich in dieser Lage soziale Freiheit gewinnen? In seinem jüngsten Buch
»Recht der Freiheit« verknüpft der Frankfurter Philosoph Axel Honneth Freiheit und Gerechtigkeit und plädiert dafür, den Begriff der Sittlichkeit neu zu entdecken. Im Gespräch wird er seine Sicht auf das spannungsreiche Verhältnis von Recht und Freiheit erläutern.
Der deutsche Sozialphilosoph
Axel Honneth, geboren 1949 in Essen, gilt als einer der wichtigsten lebenden Vertreter der Kritischen Theorie – einer von Hegel, Marx und Freud inspirierten Gesellschaftstheorie deren Vertreter auch unter dem Begriff Frankfurter Schule zusammengefasst werden.
Honneth studierte Philosophie, Soziologie und Germanistik in Bonn und Bochum. 1983 promovierte er an der Freien Universität Berlin mit der Arbeit „Foucault und die Kritische Theorie“, die später unter dem Titel „Kritik der Macht“ veröffentlicht wurde. 1990 habilitierte er sich mit der Arbeit „Kampf um Anerkennung“ am Fachbereich Philosophie in Frankfurt. Es folgten Professuren an der Universität Konstanz, am Otto-Suhr-Instiut der FU Berlin und an der New School for Social Research in New York, bevor er 1996 als Professor für Philosophie an die Goethe-Universität Frankfurt berufen wurde. Seit 2001 hat Honneth dort das Amt des Direktor des Instituts für Sozialforschung inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben der Sozialphilosophie auch die Moralphilosophie und die politische Philosophie. Im Zentrum seiner Arbeiten steht unter anderem die Weiterentwicklung einer kritischen Gesellschaftstheorie im Sinne der Frankfurter Schule. Dabei greift er sowohl auf psychologische und psychoanalytische Theorien, als auch auf die zeitgenössische soziologische Theorie zurück.
Dr. Felix Heidenreich ist wissenschaftlicher Koordinator am IZKT der Universität Stuttgart mit den Schwerpunkten Politische Theorie, Kulturphilosophie, Kulturpolitik und Wirtschaftsethik.
In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Kultur und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart