Er balanciert auf dem Dach wie ein Held, trittsicher und ohne Angst. Dieses Dach ist das Dach eines Gefängnisses und er, der Held, ist Roberto Zucco, der von sich behauptet: „Ich bin ein normaler vernünftiger Junge, ich bin kein Held. Helden sind Verbrecher." Zucco hat seinen Vater umgebracht, deshalb saß er im Zuchthaus. Doch Zucco ist geschickt und schnell – er flieht. Und er bringt, wie im Vorbeigehen, noch mehr Menschen um: seine Mutter, den Inspektor, ein Kind. Er ist einer, der ohne Motiv mordet. Und einer, der nicht ins System passt. Zucco ist ein Getriebener, auf der Jagd nach einer Alternative zur Normalität.
Dieses letzte Stück des französischen Dramatikers Bernard-Marie Koltès (1948-1989) basiert auf dem realen Kriminalfall um den italienischen Mörder und Gewaltverbrecher Roberto Succo Ende der 1980er Jahre und wurde posthum 1990 uraufgeführt. Koltès überhöht die Geschichte um den Mörder und durchsetzt sie mit Komik und mythischen Bezügen.
Es inszeniert
Mareike Mikat (*1978), die im NORD in der vergangenen Spielzeit
HOMO FABER zur Aufführung brachte. Mikat arbeitete u.a. am Maxim Gorki Theater Berlin, am Theater Heidelberg, am Münchner Volkstheater und am Centraltheater Leipzig. Sie war 2009 und 2011 zum Festival „radikal jung" eingeladen.