Wie kann sich der einzelne Bürger gegen die Macht von Institutionen, Finanzmärkten und staatlicher Gewalt zur Wehr setzen? Wo sind die Grenzen, die sich der Rebellierende stellen muss, um nicht selbst zum Auslöser von Gewalt zu werden? Diese Frage stellen sich heute auch jene, die in demokratisch verfassten Gesellschaften auf die Straße gehen. Sie stellen sich in ungleich rigiderem Ausmaß für die Protestierenden, die in den politischen Brennpunkten der Gegenwart von Ägypten bis Russland agieren.
Welches Ziel rechtfertigt den Einsatz welcher Mittel?
Albert Camus greift in seinen 1949 erschienen "Die Gerechten" auf historische Ereignisse in Russland im Jahr 1905 zurück, als eine Gruppe junger, radikalisierter Intellektueller versuchte, durch Attentate auf Vertreter des absolutistischen Zarenregimes den Umsturz der politischen Verhältnisse zu erzielen. Während die fünf Sozialrevolutionäre das Attentat auf den Generalgouverneur von Moskau, Sergej Romanow, planen, streiten sie um die Legitimation ihres politisch motivierten Handelns. Fünfzig Jahre nach der Entstehung des Textes befragt die Inszenierung von
Volker Lösch die aktuellen Versuche von Minderheiten, sich politisch zu artikulieren. Auch die Zuschauer sind gefragt, sich in die Diskussion einzumischen.