Das tragikomische Vierpersonenstück, das Fassbinder im Alter von nur 19 Jahren schrieb, versammelt wie eine frühe Fingerübung Themen, denen der Autor und Filmemacher zeitlebens treu bleiben wird: Liebe und Hass in ihrer unentwirrbaren Verknäuelung, Sehnsucht und Abhängigkeit, Geld und Geltungsbedürfnis.
Der ältere Alleinstehende Leopold liest den jungen Tagträumer Franz quasi auf der Straße auf und nimmt ihn mit in seine Wohnung. Nach kurzem Kennenlernen kommt es zum Sex, und von da an gehört Franz zum Haushalt – den er dem berufstätigen Leopold aufopferungsvoll führt. Leopolds Euphorie ist jedoch rasch verflogen, und Franz – wie sehr er sich auch bemüht – kann ihm nichts mehr recht machen. Als seine Exfreundin Anna Franz aufsucht, erkennt sie sein Unglück und versucht ihn aus Leopolds Fängen zu befreien. Unter Vervollständigung des Quartetts durch Leopolds Verflossene Vera, bringt Fassbinder das kleine Stück zu einem furiosen Finale.
Nachdem im NORD in der vergangenen Spielzeit Rainer Werner Fassbinders
DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT gezeigt wurde, inszeniert Janek Liebetruth im Foyer NORD erneut ein Stück des Filmemachers und Autors.
Janek Liebetruth (*1980) studierte Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, war Regieassistent am Hans-Otto-Theater Potsdam und ist seit der Spielzeit 2009/2010 Regieassistent am SCHAUSPIEL STUTTGART. TROPFEN AUF HEISSE STEINE ist seine erste Regiearbeit in Stuttgart.