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Amphitryon

von Heinrich von Kleist

Sosias hat gute Nachrichten für die schöne Alkmene: Ihr Mann, der Feldherr Amphitryon, wird bald siegreich aus dem Krieg nach Theben zurückkehren. Doch Sosias staunt nicht schlecht, als er vor Alkmenes Haus auf einmal sich selbst gegenübersteht. Zumindest sieht der andere genauso aus wie er und behauptet, er sei Sosias. Tatsächlich steht Sosias dem Gott Merkur gegenüber, der Wache schiebt. Denn im Haus verbringt gerade Merkurs Herr Jupiter eine Liebesnacht mit Amphitryons Frau Alkmene. Die wiederum glaubt, dass ihr Ehemann bereits aus dem Krieg zurück ist, da Jupiter Amphitryons Gestalt angenommen hat. Als schließlich der echte Amphitryon nach Hause kommt, ist die Verwirrung komplett und beide Partner fühlen sich vom anderen betrogen. Es kommt zum Showdown zwischen Jupiter und Amphitryon: Die Feldherren und Alkmene sollen entscheiden, wer nun der Echte von beiden ist. Und das erweist sich als gar nicht so einfach.
Kleists Stück ist ein tragikomisches Verwirrspiel um das „Ich" und „Du", in dem die Frage nach Verlässlichkeit und Entfremdung gestellt wird. Worin ist jeder Einzelne unverwechselbar? In einer Zeit, in der das Gebot der Stunde ist, sich selbst immer wieder neu zu erfinden, stehen wir manchmal ebenso wie die Figuren im Stück vor der Frage, wo das „Ich" angesichts der Anforderungen der anderen anfängt und wo es aufhört.

Kristo Šagor (*1976) arbeitet als Regisseur und Autor u.a. in Hannover, Mannheim, Hamburg, Bochum und am JES in Stuttgart. 2008 erhielt er den Theaterpreis FAUST für seine Hamburger Inszenierung TÖRLESS und war mit GENANNT GOSPODIN von Philipp Löhle zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Bei AMPHITRYON führte er zum ersten Mal Regie am SCHAUSPIEL STUTTGART.

Bildergalerie

Premiere

29. Januar 2011
Nord

Besetzung

Jupiter
Elmar Roloff
Merkur
Markus Lerch
Amphitryon
Benjamin Grüter
Sosias
Martin Leutgeb
Alkmene
Sarah Sophia Meyer
Charis
Stephanie Schönfeld