Emma Bovary hat vor allem eines: Sehnsucht. Sie träumt von Leidenschaft, Luxus und dem, was sie für das „echte“ Leben hält. Gelangweilt in ihrer Ehe mit einem mittelmäßig begabten Landarzt, flüchtet sie sich in Liebschaften, die sich bald als ebenso banal entpuppen. Welche Rolle Emma auch annimmt, ihr Leben fühlt sich falsch an.
Schonungslos und mit viel Raffinesse seziert Gustave Flaubert in seinem 1856 erschienenen Roman, die sentimentale Empfindungswelt seiner Protagonistin. Das Phänomen des Bovarismus jedoch, dieses fatale Missverhältnis zwischen Wirklichkeit und Wunschbild, ist keinesfalls nur schwindsüchtigen Damen des 19. Jahrhunderts vorbehalten. Gerade die heutigen medialen Möglichkeiten der Reproduktion von Träumen und Fiktionen machen uns mehr denn je zu Teilhabern einer großen Glaubens- und Sehnsuchtsgemeinde.
In Anlehnung an Flauberts berühmten Roman entwirft Christian Weise ein komödiantisches Sittenbild unserer Zeit.
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