Die Abweichungen

von Clemens J. Setz
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Do – 27. Dez 2018
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
So – 30. Dez 2018
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Sa – 26. Jan 2019
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Mo – 28. Jan 2019
Kammertheater
Dauer – 1:45 Std
Uraufführung
So – 18. Nov 18
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Do – 27. Dez 2018
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
So – 30. Dez 2018
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Sa – 26. Jan 2019
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Mo – 28. Jan 2019
Frau Jassem wird tot in ihrer Besenkammer gefunden. In ihrer Wohnung entdeckt man neun aquariumgroße Nachbildungen der Wohnungen, in denen Frau Jassem geputzt hat. Die Kuratorin des Kunstmuseums plant, die Modelle in einer Ausstellung zu zeigen. Dabei stellt sich heraus, dass Frau Jassem die Wohnungen detailgetreu nachgebaut und zugleich minimal verändert hat. Bei Familie Schab kriecht ein Spielzeugkrokodil durch den Flur. Und bei den Kaindls liegt ein zweites Kind im Bett. Die Abweichungen erzeugen Irritation und stürzen die Familien in existenzielle Krisen. Ist Frau Jassem eine Bühnenbildnerin der Gegenwart, die das Schlachtfeld der Familie in ihren Modellen nachgebildet hat? Oder eine irre Stalkerin und die Abweichungen sind reine Spekulation?
Das Stück von Clemens J. Setz blickt mit abgrundtiefem Humor in die Wunderkammern und Schreckenskabinette zwischenmenschlicher Beziehungen. Es schafft Parallelwelten, spielt mit Realitätsebenen, mit Fakt und Fiktion. Dabei entsteht ein Dialog zwischen der Wahrheit der Geschichte und der Wahrheit der Kunst. Schließlich wird die scheinbar paradoxe Frage gestellt, ob nicht durch Abweichungen eine höhere Wahrheit entsteht und die Wirklichkeit sichtbarer und begreifbarer wird.
Inszenierung
Bühne
Silvia Merlo & Ulf Stengl
Licht
Sebastian Isbert

Pressestimmen

Stuttgarter Zeitung
Roland Müller, 18. Nov 18
""Die Abweichungen" erweisen sich als abgründige Komödie voll skurrilem und bitterem Humor und sind als Auftragswerk fürs Stuttgarter Schauspiel entstanden. … Dass er gleich zum Auftakt den österreichischen Romancier Clemens Setz dafür gewinnen konnte, erweist sich als absoluter Glücksfall für die Dramenliteratur."

"Geschmeidig lässt Goerden die sich überschneidenden Miniaturen vorbeifließen, eine Groteske löst flugs die nächste ab. … Peter Rühring und Anke Schubert geben ein Paar, deren Zweisamkeit von aus tiefsten Tiefen kommenden Entgleisungen geprägt wird. Das gibt Rätsel auf und bewegt sich auf der Höhe des Stoffs, den Clemens Setz gewebt hat."

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FAZ
Martin Halter, 20. Nov 18
"Setz´ Begabung für detailliert ausgemalte Grotesken kommt nicht nur in seinen tausendseitigen Romanen zur Geltung. Schon sein erstes Theaterstück "Vereinte Nationen" war ein munter kafkaeskes Spiel mit Scripted Reality, Familienterror und Erziehung in Zeiten der sozialen Medien. "Die Abweichungen" ist jetzt noch mysteriöser und genialer. Ist es ein metaphysischer Krimi? Eine Kunstbetriebssatire? Eine nerdige Parabel über die große Sprengkraft feiner, kleiner Unterschiede? Man weiß es nicht. Elmar Goerden macht aus dem Setz-Kasten jedenfalls einen hübschen kleinen Kammertheater-Abend. In seinem blitzblank geputzten Puppenstuben-Bauhaus fügen sich kleine Dramolette an der Grenze zwischen Komik und Tragik, absurdem Theater und Underdog-Drama zu einem Panorama bürgerlicher Ängste und Aggressionen."
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Südwest Presse
Otto Paul Burkhardt, 20. Nov 18
"Elmar Goerden, noch bekannt aus der Ära Friedrich Schirmer, führt Regie, erzählt die skurrile Story mit ruhiger Hand und lässt einen großen Echoraum zwischen den Zeilen. … Wir kriegen Einblicke in brüchige Beziehungen, begegnen tapferen Frauen (Verena Buss, Anke Schubert), grantelnden Pflegefällen (Peter Rühring) und verliebten Jugendlichen (Julius Forster, Josephine Köhler)."

"Goerden fächert den Text auf wie ein Kaleidoskop kleiner Sozialporträts. … Was fehlerhafte Puppenstuben alles auslösen können: Hier ist es eine kleine Geschichte über Kunst und soziale Realitäten, feinsinnig gespielt, mit lakonischem Zauber inszeniert."

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Eßlinger Zeitung
Elisabeth Maier, 19. Nov 18
"Dass mehr dahinter steckt, als es zuvor der schöne Schein vermuten ließ, zeigt Katharina Hauter als seine Frau Lisa, die den schrecklichen Sog ihrer Depressionen virtuos nach außen kehrt. … Boris Burgstaller und Reinhard Mahlberg gelingen grandiose Studien der Sprachlosigkeit. … Als sensibler Teenie macht Josephine Köhler eine ebenso großartige Figur wie als Kuratorin der Modell-Ausstellung, die für Medienaufmerksamkeit töten würde. … Ihre Mutter macht das böse Spiel mit: Darstellerin Verena Buss zelebriert eine erschütternde Kälte. Peter Rühring und Anke Schubert als altes Ehepaar wiederum zeigen mit starkem Schauspiel, wie Senioren an den Rand der Gesellschaft gequetscht werden."

"Über weite Strecken halten Goerden und sein Ensemble die Balance zwischen Setz´ hoch intelligenter Ironie und den traurigen Geschichten, die hinter seinem Spiel mit Handlungsoptionen stecken. Das Ziel des neuen Intendanten Kosminski, Gegenwartsdramatik in Stuttgart noch stärker als bisher zu fördern, geht mit dem Stück "Die Abweichungen" voll auf. Dass mit Elmar Goerden ein Vertreter des leisen, poetischen Regietheaters die Uraufführung herausbringt, lenkt den Blick auf die sprachlichen und dramaturgischen Fähigkeiten des Autors. Er verleiht neuen Denkmustern und gewandelten Sehweisen Ausdruck."

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Ludwigsburger Kreiszeitung
Arnim Bauer, 20. Nov 18
"… in jeder Wohnung gibt es eine kleine Abweichung. Und die nun löst bei den Betroffenen Reaktionen aus, die ein schräges und doch insgesamt treffendes Bild auf die Mittelstandsgesellschaft werfen. Nicht zuletzt auch darauf, wie der Umgang mit der Putzfrau Jennifer war, ein Verhältnis, das mit "sklavenartig" ziemlich genau umschrieben werden kann. Autor Setz schafft es in seinem Text, dass derartige Wahrheiten eher subkutan erscheinen, leise, heimtückisch und hinter der Selbstverständlichkeit verborgen. … Elmar Goerden hat hier keine typische Komödie, sondern eher eine Farce, ein skurriles Panoptikum inszeniert, das verschiedenen Charakteren samt ihren Obsessionen und Neurosen breiten Raum gibt."

"Ein komödiantisches Stück ohne die üblichen Komödienattituden, auch ein Blick in die Zukunft, was man künftig in dieser Richtung erwarten darf."

Stuttgarter Nachrichten
Nicole Golombek, 19. Nov 18
"Stark sind … Szenen, in denen Goerden soziale Kälte ausstellt, mit der die Arbeitgeber der Putzfrau auf deren Tod reagieren."

"Und Verena Buss als Mutter der Galeristin (Josephine Köhler) zeigt, wie man aus einem kleinen Auftritt großes Drama macht. Ihre skeptischen Blicke, ihr Schweigen, ihr schneidender Ton lassen selbst ein Lob wie eine Ohrfeige wirken und die sonst so überhebliche Tochter zusammenzucken. Das sind fein herausgespielte Dramen, die so nicht im Buche stehen, aber für theatral aufregende Momente an dem zweistündigen Abend sorgen."

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Süddeutsche Zeitung
Adrienne Braun, 20. Nov 18
"… am meisten überzeugen Anke Schubert als verzweifelte Seniorin und Peter Rühring als ihr dementer Gatte, der die Putzfrau vermutlich quälte."
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Online Merker
Alexander Walther, 18. Nov 18
"Mit schwarzem Humor versucht die Inszenierung immer wieder, die zwischenmenschlichen Probleme der einzelnen Protagonisten aufzudecken. Dies gelingt aufgrund der zuweilen präzisen Beobachtungsgabe Elmar Goerdens, der Parallelwelten und unterschiedliche Realitätsebenen schafft."

"Dabei entwickeln sich bei Elmar Goerden auch durchaus Situationskomik und Spielwitz. Die Demütigungen dieser Menschen werden bei der Inszenierung teilweise brutal aufs Korn genommen. Hier gewinnt die Aufführung aber auch an künstlerischem Wert. Denn das Lachen bleibt einem oftmals im Halse stecken."

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