PROBEGRUBE

NEW LANDSCAPES SHOW UP IN THE UNLIKELIEST PLACES
von Tobias Rehberger
Vor dem Schauspielhaus
Frühjahr 2019
Wem gehört die Stadt? Wem gehört das Rosensteinquartier, das durch Stuttgart 21 frei werdende Areal nördlich des Hauptbahnhofs, bisher Gleiswüste, der vielleicht letzte utopische Ort Stuttgarts?
Mitte der 90er-Jahre gab es die erste Ausschreibung über die Entwicklung des Rosensteinareals. Viele weitere folgten, viele Entwürfe liegen vor, eine neue Wettbewerbsrunde ist eingeleitet. 2027 steht in der StadtRegion Stuttgart die Internationale Bauausstellung an, 100 Jahre nachdem die europäische Architektur-Avantgardein der Stuttgarter Weißenhofsiedlung ihr damals radikales „Wohnprogramm für den modernen Großstadtmenschen“ vorstellte. Das Thema Stadtentwicklung ist bestimmend für Stuttgart, allzu häufig muss dabei jedoch die Vision der Pragmatik weichen.
Der Künstler Tobias Rehberger und sein Studio entwickeln für das Schauspiel Stuttgart ein Projekt über das utopische Potenzial der mit Stuttgart 21 zusammenhängenden Stadtentwicklung. Er transformiert ein Modell des neuen Rosensteinquartiers in ein Amphitheater im Oberen Schlossgarten vis-à-vis des Schauspielhauses. Dabei nimmt er nicht nur formal, sondern auch inhaltlich Bezug auf die benachbarte Baugrube von Stuttgart 21: Wo Großes geschaffen wird, entsteht jede Menge Aushub. Über der Erde wird die Grube zum Bauwerk, der Ort zum Paradoxon. Das Grubenbauwerk beinhaltet eine Modellwelt des Rosensteinquartiers, in der verschiedene Veranstaltungen auf den Spielplan Bezug nehmen.

Mit freundlicher Unterstützung: Förderverein der Staatstheater Stuttgart e. V.