Jugend ohne Gott

von Ödön von Horváth
in einer Bühnenbearbeitung von Zino Wey und Gwendolyne Melchinger
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Do – 13. Dez 2018
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Mo – 17. Dez 2018
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Di – 18. Dez 2018
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Do – 20. Dez 2018
Kammertheater
Dauer – 1:50 Std
Premiere
So – 25. Nov 18
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Do – 13. Dez 2018
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Mo – 17. Dez 2018
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Di – 18. Dez 2018
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Do – 20. Dez 2018
Den Glauben an eine Zukunft kennt die Jugend ohne Gott nicht. Den Aufbruch in eine Welt, in der es sich zu leben lohnt, auch nicht. Was zählt, ist die Gegenwart, die Macht des Stärkeren, Wettbewerb und Selektion. Am Leben bleibt, wer Autorität, Angst, Gewalt und Nihilismus ertragen kann. In diesem totalitären System zeichnet Horváth die Geschichte eines Lehrers, der in einen Konflikt gerät zwischen der Welt, wie sie ist, und wie sie sein sollte, zwischen den Schülern, ihrer Verrohung und Kälte, ihrer Sehnsucht und Einsamkeit und sich selbst. Die Situation spitzt sich zu, als auf einer Klassenfahrt, in einem Zeltlager zur militärischen Erziehung, ein Schüler ermordet wird. Die Fragen nach Schuld, Verantwortung und Gerechtigkeit werden immer drängender, lassen den Lehrer nicht mehr los und zwingen ihn schliesslich zum Handeln.
Jugend ohne Gott ist der dritte Roman des österreichisch-ungarischen Dramatikers Ödön von Horváth (1901–1938), den er kurz vor der Machtübernahme Hitlers schrieb und der 1937 veröffentlicht wurde. Innerhalb eines Jahres wurde er in acht Sprachen übersetzt. 1938 setzten ihn die Nationalsozialisten wegen seiner „pazifistischen Tendenzen“ auf die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ und verboten ihn.
Inszenierung
Bühne
Davy van Gerven
Kostüme
Veronika Schneider
Musik
Ziggy Has Ardeur
Dramaturgie
Kampftraining
Dörte Jensen

Pressestimmen

Eßlinger Zeitung
Elisabeth Maier, 26. Nov 18
"Der assoziative, stark an visuellen Konzepten orientierte Regiestil Weys öffnet einen ungewöhnlichen Blick auf das Zeitporträt. So rückt der historische Stoff an heutige Zeiterfahrung heran. Ohne den Text plump zu aktualisieren, schwingen die Aufmärsche von Neonazis und Reichsbürgern in den Bildern mit."

"Wie einsam [der Lehrer] mit dieser Weitsicht ist, zeigt der Schauspieler [Marco Massafra] stark. Sensibel tastet er sich in die Gedankenwelt des Pädagogen hinein, der am Geist seiner Zeit zerbricht. Dann beginnen die massiven Holzpflöcke und Stahlpfosten, die in Davy van Gervens Bühne von der Decke hängen, zu taumeln. Wie diese massiven Objekte in Bewegung geraten, ist faszinierend. Mit dieser Installation übersetzt der Bühnenbildner die Gefühle des Umbruchs, der Angst und der Bodenlosigkeit in seinem visuellen Konzept großartig."

"Stimmig porträtiert ist die Maschinenwelt, in der Wey die Akteure straucheln lässt. Sein Körpertheater lenkt den Blick auf Menschen, die sich rassistischen Propheten anschließen. So werden die grob gezeichneten Typen aus Horváths Roman ... gegenwärtig. Dazu trägt das Ensemble bei, dessen Ausdruckskraft und Konsequenz berühren."

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SWR2 Kultur aktuell
Susanne Brandl, 26. Nov 18
"Zino Wey zeigt am Schauspiel Stuttgart Ödön Horvaths Klassiker "Jugend ohne Gott" in einer Inszenierung, die von Kälte, Aggression und elektrisierter Körperlichkeit strotzt."

"Ein Ensemble in Bestform. … Vor allem Celina Rongen, die das Mädchen aus dem Dorf namens Eva spielt, versinkt immer wieder gekonnt in eine Mischung aus Wut und Melancholie."

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Stuttgarter Zeitung
Thomas Rothschild, 26. Nov 18
"Warum steht die Kirche immer auf der Seite der Reichen? Das ist eine Frage, die Ödon von Horváths Zeitroman verhandelt. Im Kammertheater ist er als spannendes Schauspiel zu erleben."
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Reutlinger General-Anzeiger
Angela Reinhardt, 26. Nov 18
"Gemeinsam mit Dramaturgin Gwendolyne Melchinger bearbeitete Regisseur Zino Wey den Text für die Bühne des Kammertheaters, den lakonischen, einsilbigen Tonfall treffen sie dabei bestens, lassen manchmal gar Figuren distanziert und in der dritten Person über sich selbst erzählen."

"Weys Ensemble spielt, soweit es die maximale Reduzierung zulässt, intensiv…"

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Online Merker
Alexander Walther, 26. Nov 18
"Die typische Melancholie der Schwere arbeitet Zino Wey in seiner Inszenierung sehr grell heraus … . Stark sind die Auseinandersetzungen des Lehrers mit dem Pfarrer, den Robert Rožić mit glaubwürdigem Ernst darstellt … . Daniel Fleischmann gelingt es…, die gespannten Blicke der Zuschauer auf sich zu lenken. Celina Rongen beeindruckt aufgrund ihrer Bühnenpräsenz…. Und Sebastian Röhrle lässt Julius Caesar, Feldwebel, Richter und Philippi höchst lebendig und elektrisierend agieren."

"Viele Ereignisse im heutigen Deutschland weisen auf erschreckende Parallelen hin. … Es herrscht nur noch eiskalte Technokratie. Diesen Aspekt stellt die Aufführung in heftiger Weise heraus. … Starker Schlussapplaus."

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