Othello

von William Shakespeare
Deutsch von Frank Günther
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
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Zum letzten Mal in dieser Spielzeit:
Sa – 20. Jul 19, 19:30
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Schauspielhaus
Dauer – ca. 2 Std, ohne Pause
Premiere
Sa – 27. Apr 19
Karten
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Zum letzten Mal in dieser Spielzeit:
Sa – 20. Jul 19, 19:30
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„Und wenn ich dich nicht liebe, so ist das Chaos wieder da.“

Othello, General der Republik Venedig, kennt den Krieg, sonst aber wenig. Er ist kein Mann zum Heiraten, sein Soldatenberuf füllt ihn ganz aus. Und er ist deshalb so verletzlich, weil Shakespeare keine Macht einführt, die sich Othellos Widersacher Jago entgegenstellt. Desdemona verliebt sich – trotzdem – in den Kriegshelden und er sich in ihre Liebe zu ihm. Aber diese Liebe ist es, die ihm zum Verhängnis werden wird.
Desdemona ist Othellos Halt in einer haltlosen Welt – einer Welt, die ihn, den Fremden, nur duldet und als Kriegswaffe einsetzt. Wirklich akzeptiert wird er nicht. Sein Selbstbild ist von einem professionellen Bewusstsein geprägt, denn immerhin hat er es im Dienst des venezianischen Staates zu Ansehen gebracht. In der Gesellschaft aber bleibt er der Outsider, der Wilde, Triebhafte und Ausländer, dem nicht zu trauen ist.
Die Intrige, die sein Fähnrich Jago (einer der ungemütlichsten Bösewichte der Weltliteratur) gegen ihn in Gang setzt, weil dieser sich von ihm übergangen fühlt, und die ein Verhältnis des Leutnants Cassio mit Desdemona behauptet, wird von Othello zu spät erkannt. Nicht nur Desdemona stirbt von seiner Hand, auch er selbst, als er den Betrug erkannt hat.
Die Liebe ist tot und das Chaos kehrt zurück …

Inszenierung
Bühne
Kostüme
Licht
Felix Dreyer
Dramaturgie

Pressestimmen

Spiegel Online
Bernd Noack, 28. Apr 19
"Burkhard C. Kosminski zeigt ..., wie subtil Ausgrenzung funktioniert. Verstörend, toll!“

"[Kosminski] hat aber auch mit Itay Tiran (in Israel, wo er geboren wurde, ein wirklicher Star) in der Titelrolle einen Schauspieler, der mit bemerkenswert nonchalanter Natürlichkeit die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. ... Eine Mischung aus James-Bond-Charme und Boygroup-Erotik schafft Tiran und bleibt dabei doch ein in seiner Einsamkeit gefangener Außenseiter, dem jede Anbiederung suspekt ist, der Furcht hat vor der Wahrheit, die den wackligen Boden unter ihm endgültig brechen lassen könnte."

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Stuttgarter Zeitung
Roland Müller, 29. Apr 19
"Zugänglich, zupackend, aktualisiert und brisant: Burkhard Kosminski hat Shakespeares "Othello" ... in die Gegenwart geholt und den Klassiker in ein Drama für Zeitgenossen verwandelt. Sehenswert!"

"…ein Glücksfall ist es, dass einer der besten Spieler in Kosminskis Ensemble der aus Tel Aviv stammende Film- und Theaterstar Itay Tiran ist… . Matthias Leja als Jago bei seinem verwinkelten Rachemanöver zu folgen, ist eine Lust, bewegt er sich durch Shakespeares Verse doch in einer Selbstverständlichkeit, als würde er eine Zeitung lesen.“

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Die deutsche Bühne
Manfred Jahnke, 28. Apr 19
"[Itay Tiran] liefert die atemberaubende psychologische Studie eines Menschen, der um sein "Fremd-Sein" weiß, sein Glück zunächst nicht glauben kann und dann mit der angestachelten Eifersucht wie ein kleines Kind alles kaputt machen muss, bis zur eigenen Selbstzerstörung. Tiran braucht dafür keine großen Gesten, er wirkt introvertiert, obschon immer wieder kleine aggressive Akte – wie das Würgen des Jago – davon zeugen, wie es tief in ihm drinnen brodelt. Bis er schließlich so explodiert, dass die Decken in Bewegung geraten und auf dem Höhepunkt (kurz vor dem Erwürgen Desdemonas) Blut wie feiner Sprühregen von der Decke herabrieselt."

"Kosminski ist eine dichte Inszenierung gelungen, die am Beispiel des Othello vorführt, wie dünn die Firnisschicht der weißen Zivilisation ist: eine Lesart, die überzeugt. Zwanglos verbindet sich aktuelle Gesellschaftsanalyse mit der Geschichte einer "privaten" Eifersucht, ja, sie bedingen sich gegenseitig, weil das "Fremde" argwöhnisch macht. In seiner dramatischen Intensität löst dieser Abend eine tiefe Betroffenheit aus, die am Ende in die Bravorufe des Publikums übergeht."

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Frankfurter Rundschau
Judith von Sternburg, 29. Apr 19
"Ein so erzählerisches Theater, so grundlegend spannend, mit Lust daran, spannend zu sein, spannende Szenen zu erarbeiten, gibt es nicht so oft, wie man meinen könnte, wenn man den Theatern zuhört. Dazu ein sehr gutes Ensemble und eine Regie, die einen Plan verfolgt."

"Katharina Hauter zeigt [Desdemona] nicht als Engel, auch trägt sie ihr Herz nicht auf der Zunge. Sie ist eine Frau mit Entschlossenheit und eigener Geschichte, gelungen die Eingangsszene mit dem beleidigten, etwas übergriffigen Vater (Elmar Roloff), den teils amüsierten, teils verlegenen Offizieren."

"Die Stuttgarter gestalten etliche prächtige Ensembleszenen, dazwischen die zunehmend entgleisende Zweierbeziehung, die Kosminski in blutrotem Regen enden lässt. Eine Spur von Pathos hier und da, andererseits weint man selten über Othello und Desdemona, aber hier ist es möglich."

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Badische Zeitung
Christian Gampert, 02. Mai 19
"[Dieser "Othello"] ist wahrscheinlich eine der besten Inszenierungen, die Burkhard Kosminski je gemacht hat. Dass er Itay Tiran in sein Ensemble geholt hat, dass er ihn schützt und fördert und ihm Zeit gibt, ist für das deutsche Theater eine noch gar nicht abschätzbare Entwicklung."

"Ein israelischer Schauspieler gibt an einem deutschen Stadttheater den Othello: Allein dies ist schon ein Statement, weil hier im Subtext sehr vieles mitschwingt. Und zwar eben nicht die Parole "Lass dich nicht mit Schwarzen und Arabern ein", sondern das deutschisraelische Verhältnis, auch die deutsche Vergangenheit: Ein Jude spielt den Ausgegrenzten. Und Itay Tiran ist in Israel nicht irgendwer: Er ist der bekannteste, der filigranste Theaterschauspieler des Landes, ein Kaliber wie in Deutschland Martin Wuttke, Ulrich Mathes oder Edgar Selge. Sein fürchterlich wütender Hamlet, den er ab 2005 gleich nach der Schauspielschule gab, stand in Tel Aviv über tausendmal auf dem Spielplan. Es war eine Aufführung, wie man sie in dieser Intensität selten sieht."

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SWR2
Karin Gramling, 29. Apr 19
"Itay Tiran gibt einen bemerkenswert politischen Othello in der Inszenierung des Shakespeare-Klassikers von Burkhard C. Kosminski …. Das Fremdsein nimmt man dem Stuttgarter Othello ab, denn der israelische Schauspieler Itay Tiran gibt ihn äußerst glaubwürdig mit einem leichten Akzent. Ein charmanter, aber in der Sache kompromissloser Krieger."

"Burkhard Kosminski findet eindrückliche Bilder – dafür etwa, was den Krieg heute ausmacht."

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Süddeutsche Zeitung
Adrienne Braun, 10. Mai 19
"Matthias Leja spielt diesen Intriganten Jago so grandios höflich und kultiviert, dass es einen schaudern lässt."

"Blut rieselt vom Schnürboden und macht die gestärkten Laken zum Schlachtfeld. Ein ausdrucksstarkes Bild in einer Inszenierung, die doch kühl und sachlich bleibt. Nur die Geräusche, das Rauschen und Fipsen, lassen das Grauen von Beginn an ahnen."

"Die Frauen allein sind es, die hier einen Rest Menschlichkeit spüren lassen. Katharina Hauters Desdemona ist eine moderne, selbstbewusste junge Frau, die den Ruhm ihres schönen Mannes genießt. Sie verzweifelt aufrichtig an seinem Hass. Auch Marietta Meguid als Emilia ist so handfest empört über die Intrige, dass für einen Moment Hoffnung aufkeimt, dass es um diese Welt doch nicht so schlecht bestellt sein kann."

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Südkurier
Monika Köhler, 28. Apr 19
"Intendant und Regisseur Burkhard C. Kosminski [lotet] subtil menschliche Schwächen aus."

"Umso schärfer umrissen tritt Matthias Leja als Othellos Fähnrich Jago auf. Im Gegensatz zu seinem Dienstherrn ist er ein Kenner menschlicher Antriebe und Schwächen, die er sich eiskalt zunutze macht. … Katharina Hauter formt aus dem Liebchen einen Charakter mit Tiefgang. Ihre Ergebenheit gegenüber dem Geliebten ist echt."

"Kosminski lässt sich Zeit für das Auflösen der Verwicklungen, die Othello am Ende sehend machen. Das ist selten in einer Welt, in der eine Sensation die nächste jagt, zwingt zu Geduld und Ruhe. Und das lohnt sich."

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Stuttgarter Nachrichten
Nicole Golombek, 28. Apr 19
"Mit einem furiosen hocherregten Auftritt sprengt Elmar Roloff als Senator Brabantio eine Versammlung etwas rastlos da sitzender Militärs."

"Zugleich wertet [Kosminski] die Figur Emilia auf. Marietta Meguid überzeugt als tough und attraktiv auftretende Ehefrau von Jago. … Itay Tiran [ist] stark in Szenen, in denen er den charmanten Machismo anspielt…"

"… der Shakespeare-Exorzist Burkhard C. Kosminski [findet] doch einen starken, deprimierenden Schluss. Anders als es im Buche steht, kommt der Böse ungeschoren davon."

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Ludwigsburger Kreiszeitung
Arnim Bauer, 30. Apr 19
"Auf den Punkt führt [Burkhard Kosminski] die verschiedenen Ebenen, die das Stück bietet, zusammen zu einem kompakten, stets spannenden Bühnenspiel mit herausragenden Darstellern."

"Dem israelischen Star Itay Tiran, seit dieser Spielzeit Mitglied im Stuttgarter Ensemble, genügt es, einen wohl natürlich leichten Akzent zu sprechen, um die Fremdheit dieses Feldherren zu dokumentieren."

"Die Inszenierung … nutzt die zwei Stunden für eine dichte Handlung, die von mannigfaltigen Ideen, vor allem von Details getragen wird. … da hat der Nestor des Ensembles, Elmar Roloff, der am 5. Mai zum Staatsschauspieler ernannt wird, als Senator und Desdemonas Vater Brabantio einmal mehr einen großartigen Auftritt, da werden auch die zarten, melancholischen Züge nicht vernachlässigt, etwa wenn Desdemona, leidenschaftlich und warm liebend dargestellt von Katharina Hauer, kurz vor ihrem Tod die traurig-schöne Eichendorff-Dichtung "In einem kühlen Grunde" anstimmt …. Und am blutigen Ende dann der großartige Matthias Leja als Jago alleine auf der Bühne mit dem unversöhnlichen Schlusssatz: "Ich hasse diesen Fremden"."

Fränkische Nachrichten
Dieter Schnabel, 05. Jun 19
"Diesem Jago gibt der in jeder Phase des Geschehens präsente Mattias Leja die Züge eines eiskalten, berechnenden Machtmenschen, der sein Ziel ohne jegliche Skrupel verfolgt."

"So endet eine klassische, von Burkhard C. Kosminski überzeugend in die Gegenwart geholte Tragödie sozusagen modern schaurig."

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Online Merker
Alexander Walther, 10. Mai 19
"Othello misshandelt seine Frau nun auf offener Bühne aufgrund dieser falschen Verdächtigungen. Das hat Burkhard C. Kosminski sehr packend inszeniert. Die Schauspieler steigern sich dabei in einen regelrechten Fieberwahn hinein, der den Zuschauern unter die Haut geht."
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Einblick: Elmar Roloff über „Othello“
Audio-Einführung mit Marietta Meguid
Itay Tiran bei „Kunscht!“ im SWR Fernsehen
Inszenierungstrailer