Krawall & Katharsis
Foyer Kammertheater
„Krawall“ bedeutet Aufruhr und Tumult, „Katharsis“ heißt Befreiung oder Abreagieren. In diesem Rahmen bewegt sich das Format, das sich doch zugleich widerspenstig jedem Rahmen entzieht. Denn hier gehört die Bühne einmal ganz den Regie-, Dramaturgie-, Bühnenbild- und Kostümassistierenden. Der künstlerischen Freiheit des Theater-Nachwuchses sind auf den grünen Stufen des Kammerfoyers keine Grenzen gesetzt – alles kann, nichts muss. Hier darf behauptet, probiert, verworfen, neu gedacht und spontan verändert werden. Was an Probenzeit fehlt, wird mit Kühnheit auf und hinter der Bühne radikal kompensiert. Ob Textcollage als Performance oder szenische Lesung, Komödien-Impro mit Publikumsbeteiligung, feministische Gesangseinlage oder Live-Hörspiel: Form, Themen und Ton werden ganz dem Gestaltungswillen unserer Assistierenden überlassen. Auch überraschende und unkonventionelle theatrale Mischformen finden hier ihren Platz. So wird das Foyer des Kammertheaters immer wieder aufs Neue zum kathartischen Spielplatz und zum aufmüpfigen Versuchslabor. Und das Publikum kann diese künstlerischen Experimente aus der Nähe miterleben: Das Ergebnis ist nie ganz vorhersehbar, langweilig wird es garantiert nicht.