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11.06.2019 11:21
Max Hortmann schrieb zu Probegrube
Glückwunsch zur Probegrube. Mir gefällt die Installation außerordentlich gut, es passt zum Zeitgeist und aktueller Diskussion. Sofern Meckern auf hohem Niveau erlaubt sein darf: Vor der Installation parkt ein weißer Kleinwagen einer Sicherheitsfirma. Sowohl von der Sichtachse von der Fußgängerbrücke, als auch von Schlossplatz fällt das Auto direkt ins Auge. Das zerstört das ganze optisch etwas. Es wäre doch möglich, wenn man das Auto am Tag auf einen regulären Parkplatz stellt. In der Nacht könnten die Sicherheitskräfte ja gerne davor parken, damit sie nicht komplett ungeschützt sind.
02.06.2019 17:01
Klaus Fabricius schrieb zu Die Weber
Was für ein kurzweiliges spannendes inspirierendes Schauspiel, das von allen Akteuren und Schauspielern getragen und in bester Spiellaune zur Wirkungsmacht kam! Das Bühnenbild - das Licht - die Kostüme so hervorragend für die Aktionen im Spiel zusammengebracht und die junge Meistersängerin… im Klang feinfühliger Tonalität… überraschend und ganz wunderbar!
Das Stück: hier wurde es für mich dramaturgisch und zeitlich stimmig gebracht.
Angeregt und nachdenklich erinnerte ich mich dann auch an John Berges Büchlein ‚Begegnungen und Abschiede‘ an sein geschriebigtes über die englischen Bergarbeiter: „Wenn die gerechte Sache unterliegt, wenn die Mutigen erniedrigt werden, wenn die in Stollen und Schacht erprobten Männer wie der letzte Dreck behandelt werden...[…] Kunst wenn sie eine [...] Funktion hat, wird zu einem Ort der Begegnungen für das Unsichtbare, das Irreduzible, das Überdauernde, für Mumm und Ehre.“ Und ich dachte an Christian Boltanski… der im Grand Palais/Paris u.a. einen über hunderttausenden Altkleidern zu einem übergroßen Haufen gestapelte ‚Personnes‘ Skulptur werden ließ… dieser Kleiderhaufen wurde an der Spitze von einem Krangreifer erfasst um ergriffene Stücke in luftiger Höhe wieder ausgespuckt auf den Kleiderhaufen nieder schweben zu lassen und das immer zu fort… für mich Sinnbild der Entehrten Geknechteten Versklavten Verbrannten.. die selbst ‚Gott‘ nicht haben will!
Also es war eine Abend der mich mitgenommen... tief berührt hat und weitere Zeit noch beschäftigen wird.
Dank an alle Beteiligten: denen auf und hinter der Bühne... die mit Namen und den Unbekannten!
29.05.2019 11:13
Jürgen Hausin schrieb zu Orestie
Wann erlebt man schon einmal einen Theaterklassiker, in dem der Regisseur das Stück mutig um eine eigene Vorgeschichte erweitert? So geschehen im Stuttgarter Schauspielhaus bei der griechischen Tragödie Orestie. Und diese Erweiterung wird dann auch noch zum Höhepunkt des Theaterabends. Gezeigt wird großes Theater der Gefühle und Emotionen gepaart mit klassischer Diskussionskultur. Fantastisch, wie das Ringen um die Selbstzweifel und die Verantwortung aus der Botschaft des Orakels zur Tötung der Tochter Iphigenie, von Agamemnon (Matthias Leja) ihrem Vater, Klytämnestra (Sylvanna Krap-patsch) ihrer Mutter und Menelaos (Michael Stiller) ihrem Onkel auf der Bühne wortreich und klug, gestenreich und voller Mitgefühl durchgespielt wird. Besser kann man es nicht machen! Sehr gelungen ist auch, wie die antike Tragödie, bei der sich eine Familie als Folge einer Prophezeiung fast vollkommen selbst auslöscht, ins aktuelle Zeitgeschehen (Minutengenau!) und in die heutige Sprache übertragen wurde. Das ist modernes Theater, auch wenn die tragende Prophezeiung in der heutigen Zeit vollkommen undenkbar wäre. Der Effekt der Moderne wird noch verstärkt durch die eingesetzte Bühnenkamera mit ihren Reflektionen und Projektionen sowie durch die Glastrennwände im Bühnenbild. Letztere lassen sich situativ als durchsichtige, blinde oder spiegelnde Wände bzw. Türen verändern. Das ermöglicht spieltechnisch allerlei raffinierte Szeneneinschübe. Doch auch die Antike selbst bleibt im Theaterstück enthalten. Z. B. durch den ovalen Wohnraum mit seiner roten Backsteinumrandung, die an frühzeitliche Ausgrabungen erinnert, den hohen griechischen Säulen oder den gregorianischen Chorälen in der Begleitmusik. Am Ende landet das Stück in einer etwas überdrehten Gerichtsszene, in der Orest (Peer Oscar Musinowski), als Überlebender der Familientragödie, des Mordes an seiner Mutter Klytämnestra und ihres Geliebten Ägisth angeklagt wird. Bis auf Orest wechseln jetzt noch einmal alle Schauspieler in neue Rollen und es entsteht auf der Bühne ein etwas wildes, wortgewaltiges Tohuwabohu. Dabei wird auch noch die Genderthematik bedient, welcher bei der Urteilsfindung eine bedeutende Rolle zukommt. Moderner kann man auf der Bühne kaum noch sein. Unklar bleibt für mich, warum die Existenz Elektras in der Gerichtsverhandlung verleugnet wird. Ist mir davor etwas entgangen? Dennoch viel Lob für diese großartige Aufführung und die exzellente schauspielerische Leistung von allen.
21.05.2019 23:38
Tanja Gempe schrieb zu Othello
Ich bin frustriert. Ich habe es jetzt noch einmal versucht, aber vergebens. Seit gefühlt Jahren scheint keine Inszenierung am Schauspiel Stuttgart mehr ohne Videosequenzen und ohne Musikuntermalung auszukommen. Das macht mich so müde. Was will man mit diesen immergleichen Bild- und Klangteppichen eigentlich kompensieren? Die doch eher mittelmäßigen Schauspielerleistungen? Die reichliche Ideenlosigkeit des Regisseurs? Ich werde mir jetzt ernsthaft eine längere Auszeit vom Staatstheater nehmen. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute. Vielleicht besinnen Sie sich irgendwann wieder einmal auf das Wesentliche.
07.05.2019 16:40
Jürgen Appel schrieb zu Thaddäus Troll
...eine furiose Revue über das tragische Leben des Hans Bayer. Grünewalds Komposition der Troll-Texte und seine Regieeinfälle sind preiswürdig. Ein toller Abend im Kammertheater. Und: nicht nur für Schwaben geeignet.
29.04.2019 10:10
Wolfgang Kaemmer schrieb zu Othello
Ich hab schon einige Othellos hinter mir, aber diese neue Inszenierung war mir besonders eindringlich - ohne viel Schnickschnack und Schminke, ganz auf die Kopfpein des "Fremden" konzentriert - und das mit einem so tollen Schauspieler wie Itay Tiran. Eine Bereicherung.
07.03.2019 18:52
Jürgen Wolf schrieb zu Der Menschenfeind
Sehr, sehr schön. Ein Thema, dass man begreift und beschäftigt. Eine Sprache, die einen mitnimmt. Ein Bühnenbild und Kostüme, die einen verzaubern.
Mir und meiner Frau hat es sehr gut gefallen.
Danke!
05.03.2019 08:32
Hanz W. schrieb zu Der Menschenfeind
Amüsante, kurzweilige Inszenierung, die auch die Seh-Lust gut bedient. Sicher ist - wie von der professionellen Kritik nicht zu Unrecht angemerkt - die eine oder andere Nuance des Stücks nicht vollständig ausgelotet, sicher ist das auch ein wenig glatt geraten in der Figurenzeichnung (hier aber wohl von der historischen Theaterpraxis nicht allzu weit entfernt) und der Zeichnung des Konflikts. Pfeif aber mal drauf. Das bewahrt den Abend davor, in die Griesgrämigkeit abzugleiten, wie das bei allzu bemühten Komödieninszenierungen ja fast die Regel ist. Und ja, hätte es zwanzig Minuten länger gedauert, wäre es unter Umständen fad geworden. Hat es aber nicht. Gut gelauntes Ensemble mit einer bestens aufgelegten Therese Dörr, erneut attraktives Bühnenbild, gelungener Theaterabend.
01.03.2019 10:23
Eva Zachmann schrieb zu Vögel
Es war grandios. Noch nie hat mich ein Theaterspiel so gepackt, 3 1/2 Stunden nonstop. Vielen herzlichen Dank und Hut ab allen Beteiligten.

Herzliche Grüße,
Eva Zachmann
27.02.2019 16:30
Martin Schütz schrieb zu Der Menschenfeind
Warum kritisiert der Rezensent der Stuttgarter Zeitung eine „Formalismen setzenden Regie“ in der „herausgeputzten Inszenierung“? Eine maskenhaft-uniformierte, oberflächliche Gesellschaft ist doch Molières Thema! Welch grandioser Regieeinfall, diese „Parade grässlicher Leute“ nicht nur aufgebrezelt vorzuführen sondern sie dazu in einem genial choreografiertem Geisterballett gesellschaftlichen Leerlauf ausdrücken zu lassen! Dabei gelingen den Schauspielern, neben ihrem Verharren in einer maskenhaften Welt, jeweils nuancierte Miniaturcharakterportraits. Therese Dörr als Célimène verkörpert besonders überzeugend die Welt der Verstellung und lässt in der intensiven Schlussszene mit dem großartigen Matthias Leja als Alceste echtes Gefühl aufblitzen. Das exquisite Bühnenbild mit den exzellenten Musikern in ihren Kronleuchter-Körben verweist stilistisch auf die Zeit Ludwigs XIV., gleichzeitig aber auch in einer den Spiegelsaal von Versailles aufrufenden Szene in einem Spiegeltanz der Spaßgesellschaft auf sehr heutige Prozesse der Selbstbespiegelung – ganz ohne Selfie-Sticks! Dass die Dramaturgie eine Übersetzung gewählt hat, die den Rhythmus von Molières wunderbaren Versen erfahrbar werden lässt, macht den Stuttgarter Menschenfeind zu einer glanzvollen Inszenierung.
27.02.2019 10:08
Susanne Leidenroth schrieb zu Vögel
Tolles Stück, Gratulation!
Und vor allem gefällt mir sehr der Informationsdienst im Vorfeld der Aufführungen: Ich werde direkt angeschrieben, habe Informationen über Inhalt, SchauspielerInnen, Dauer und Pausenzeiten, Sekundärinformationen, und und und...
Ein sehr schöner Service!!!
Viele Grüße
Susanne Leidenroth
23.02.2019 09:19
Wolfgang Kaemmer schrieb zu Der Menschenfeind
Mit übergroßer Freude gestern in der Generalprobe gesessen und restlos begeistert von Text, Akteuren (vor allem wieder mal Sven Prietz, aber auch alle anderen), Bühnenbild und Musik. Ein Gesamtkunstwerk von entlarvender Schönheit, das Stück zum Selfie-Wahn.
16.02.2019 23:33
MARGARETE Bauch schrieb zu Die Wildente
Danke, die Ente war gut zubereitet 😹👌 Großartige Schauspieler und beeindruckende Bilder mit starker Nachhaltigkeit.
12.02.2019 23:55
Das Stück ist mir ein Beispiel dafür, dass es in den eingebrachten Themenkomplexen auch darum geht, sich bewusst von einer politischen Gegenwart frei zu argumentieren, die Zugehörigkeiten diktieren möchte; personale Identitäten im Sinne des Anonymen und Namenlosen gleich mitentschieden.
So ist es mir nachvollziehbar, dass im Bühnengeschehen einiges los ist. Nicht nur im Drang der Musik, auch der Worte spürt man, dass es nach vorne gehen soll und muss.
Mir fehlten die leisen Zwischentöne, nicht im Sinne einer Analyse, der die Eindringlichkeit fehlt. Schattierungen der Sprache, geflüsterte Zweifel, zu Worten kommen, die nicht nach Parolen klingen. Das wäre aber nur möglich, wenn Empörung und gerechter Zorn zum Schweigen kommen.
So bleibt es für mich nur eine alles überziehende, stickige Empörungsdecke, die zwar Handeln antreiben kann, aber nicht das Denken; substanzielle Veränderungen mit Realitätsbewusstsein kommen so nicht an, es kann leider nur schlicht müde belächelt werden.
05.02.2019 08:44
Hanz W. schrieb zu Vögel
Starkes Stück, beeindruckender Theaterabend. Die Themenkreise Juden, Araber und Deutsche, Nahost-Konflikt, dazu das Spiel in vier Sprachen... da musste man ganze Auswüchse an politischer Korrektheit erwarten. Sehr erfreulich, dass das Gegenteil eingetreten ist. Die Inszenierung orientiert sich klar und deutlich am Text, der wiederum so geschrieben ist, dass die Geschichte, die erzählt wird, grundsätzlich erst mal verständlich ist. Nee, das ist längst nicht mehr selbstverständlich im Theater. Das Ganze ist nicht frei von kolportagehaften Elementen mit hie und da einem zarten Anflug von Kitsch – aber das gehört zum Theater schon immer dazu, damit es seine Wirkung entfaltet. Die Schauspieler, insbesondere auch die Gäste, frisch am Werk, oft auch mal unkonventionell im Gestus, insgesamt sehr überzeugend. Die Mehrsprachigkeit funktioniert erstaunlich gut, fast selbstverständlich. Sehr gelungener, manchmal berührender Abend, einer der besten im Staatstheater seit längerer Zeit. Unbedingt empfehlenswert!
31.01.2019 17:28
Klaus Fabricius schrieb zu Romeo und Julia
Oh Julia! Oh Romeo!... wo ist eure Liebe hin?
Nichts davon in dem Stück der bedingungslosen Liebe. Keine Empathie für die Liebenden war von nöten. Wo war das Begehren, Aufbegehren, die Verführung, die Verzweiflung, die Scham, die Ungeduld, das Verliebtsein, die Sexualität, der Kampf... da nutzte es wenig, wenn zu Anfang Tote in Person von Julia und Romeo Wiederauferstehen: wozu wiederauferstehen? So vieles war nur angedeutet Und was nutzt es, sich/ich in der Spiegelung des Bühnenbildes im Stück doch noch wiederzufinden in einer großen trostlosen, schwarzen Grotte in der die Liebe keinen Platz fand? Mich konnte das nicht überzeugen.... mir tat es um manchen Schauspieler leid der/die sich den Text aneignen musste der dann doch nicht im Zuschauerraum verständlich zu hören war. Alle spielten wiedermal was sie leider mussten. Mit wenigen systematischen Tricks und Kostümierungen aus der Altkleidersammlung und dem wenigen Bühnenbild mit immerhin bester Ausleuchtung machen eben kein gutes Stück...schon gar nicht ein Gesamtkunstwerk. Ein kurzer Abend zum Glück. Auch wenn die überraschende Gesangseinlage...Vokal ein echter Genuss war.
Da dies das dritte Stück in der jungen Spielzeit für mich als Abonehmer war, mache ich mir nun aber echte und ernsthafte Sorgen in welcher Liga nach dieser Saison das Schauspielhaus denn spielen wird.
29.01.2019 08:24
Hanz W. schrieb zu Romeo und Julia
Ach ja. Ach nee. Ojemine. Man war als geprüfter Zuschauer ja guten Mutes, dass die Zappelphilipp- und Schreikind-Ästhetik der "Ära" Petras so langsam überwunden ist. Nix wars. Leider. Von "Romeo und Julia" in Stuttgart habe ich - schon rein akustisch, Achtung: Handwerk! - so gut wie nichts verstanden, und wenn der Titel nicht auf dem Programmheft gestanden hätte, hätte es, seien wir ehrlich, jedes x-beliebige andere Stück auch sein können. Nein, das hat nichts mit "Spielen vom Blatt" oder dem Ruf nach einer diffusen "Werktreue" zu tun: die Inszenierung war einfach gedankenarm, wiewohl sie das Gegenteil behaupten will, der Zugriff auf das Stück verschwurbelt, die schauspielerischen Leistungen häufig nur knapp am Nervig-Peinlichen vorbei.

Allerdings ist das Bühnenbild sehr gut gelungen, und auch mancher "special effect" (meist durch die Beleuchtung) konnte überzeugen.
Besonders positiv: Unter Petras wäre so ein Abend gnadenlos auf drei, dreieinhalb Stunden aufgeblasen worden. So war der Schrecken immerhin nach anderthalb Stunden vorbei. Na denn, auch net schlecht.
24.01.2019 11:14
Rena Schumm schrieb zu Vögel
Die Vorstellung war sensationell, Text, Inszenierung, Schauspieler, einfach toll. Nach "Orestie" und "Ich liebe Äpfel..." das 3. Stück in der neuen Spielzeit, alles war hervorragend.

Mit freundlichen Grüßen,
Rena Schumm
23.01.2019 10:56
Josef Klein schrieb zu Romeo und Julia
Guten Abend oder guten Morgen,

die Inszenierung haben wir, meine Frau und die Kinder - 21 und 23 Jahre alt - beeindruckend und sehenswert erlebt. Ein großes Lob! Die Aufführung hat nicht unseren Erwartungen entsprochen; doch wie der bekannte Stoff umgesetzt wurde, hat uns herausgefordert. Ich habe auch verschiedene Szenen im Orginal wiedergelesen - und finde die Aufführung sehr gelungen.

Danke und freundliche Grüße
Josef Klein
20.01.2019 19:12
Ursula Bolz schrieb zu Medea
So eine tolle Inszenierung, tolles Bühnenbild, tolle Schauspieler, leider teilweise so leise und undeutlich gesprochen, sodass ich oft nur wenig oder garnichts verstehen konnte. Es ging nicht nur mir so, auf dem Weg zur Ubahn habe ich gleiche Meinungen hören können.
Schade für die Ausführung.
08.01.2019 13:46
Jürgen Hausin schrieb zu Vögel
Liebe Theatermacher des Stuttgarter Schauspielhauses,
das Stück „Vögel“ habe ich am 7. Januar d. J. gesehen und war total begeistert. Das zeitgeschichtlich hoch aktuelle Thema über den Zusammenhang sowie die Abhängigkeit von Identität und Herkunft ist vielschichtig angelegt und zieht den Zuschauer schnell durch lebhaftes Treiben und sehr authentisch wirkende Schauspieler in seinen Bann. Großes Lob an die Schauspieler, die durch den häufigen Switch zwischen verschiedenen Sprachen bei langer Aufführungsdauer fast Übermenschliches leisten müssen. Auch die spärliche Bühnenausstattung ist angemessen, denn im Mittelpunkt stehen die Personen und ihre Dialoge sowie Monologe. Ein Theaterstück, das berührt und dessen Aussagekraft auch noch Tage nach der Aufführung zum Nachdenken anregt. Auch im Kleinen wird nicht an Spielwitz gespart. Der Bezug auf das Kinderspiel „Reise nach Jerusalem“ bei der Platzeinnahme in Großmutters Wohnung in Jerusalem ist ein köstlicher Einfall.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Hausin
28.12.2018 10:15
Barbara Krug schrieb zu Medea
Vom Bühnenbild und der schauspielerischen Leistung waren wir sehr beeindruckt, aber leider hatten wir - in der 5. Reihe (!) große Probleme, den Text zu verstehen. Teilweise wurde sehr schnell, aber auch oft sehr leise oder mit dem Rücken zum Publikum gesprochen. Schade, denn die Problematik des Stückes hat uns sehr interessiert.
18.12.2018 00:45
Carl Häser schrieb zu Romeo und Julia
Liebe, geschätzte Kolleginnen, Kollegen,
vor vielen Jahren hatten wir z.B. von Volker Lösch den "Revisor" im Spielplan und dann etwas völlig anderes auf der Bühne. Als Irreführung des Publikums haben wir diese Ankündigung schnellstmöglich richtig gestellt.
Zugebenermaßen erkenne ich als Impro über einen Mercutiotext auch einige Zeilen des Engländers - aber wie damals halte ich es für eine ärgerliche Irreführung des interessierten Publikums, die Inszenierung unter diesem eindeutig bekannten Titel zu veröffentlichen. Auch die fette Ankündigung im Internet ist kontraproduktiv hinsichtlich der damit provozierten Erwartungshaltung des geneigten Zuschauers: keine der verbalen Behauptungen in der zweiten Szene werden im Verlauf des Abends (für mich) nachvollziehbar.
Eine opulente, schauspielerisch herausragende Leistung - aber you dont get, what you expect by title.
Für den Besuch der Inszenierung mit "Ersttheatergängern*innen" wünsche ich mir bestmögliche Transparenz dessen, was zu erwarten ist - z.B. als Begleitmaterial zum Kartenkauf für Schüler- und Studentenkarten.
Viel Erfolg - auch dabei.
Mit solidarischen Grüßen
Carl Häser
Dramaturg 1995-2005 im Haus
02.12.2018 19:20
Jürgen Appel schrieb zu Jugend ohne Gott
Die Aufführung fühlt sich eiskalt an und erwärmt den Zuschauer gerade deshalb: Jugend ohne Gott ist ein eindrückliches Beispiel dafür, was gelungene Dramaturgie und schnörkellose Regie aus einer Romanvorlage machen können. Die aktuellen Bezüge wirken nie gewollt; mit kühler Sprache ergeben sie sich wie von selbst. Die Schauspieler agieren konsequent wie an Fäden gezogen und unterstreichen damit die Düsternis und Hoffnungslosigkeit des Stücks. Wenn die nächsten Abende im neuen Schauspiel genauso anregend werden, dann werden wir (wieder) Dauergäste.
18.11.2018 21:29
Herbert Wolfgang Grunwald schrieb zu Vögel
Sehr beeindruckt von den Leistungen aller Akteure, die oft sehr lange Dialogtexte vorgetragen haben, und das teilweise in zwei Sprachen. Das man auch gelegentlich mindestens mal schmunzeln musste, fand ich ebenfalls gut. Jedenfalls kann ich das Stück weiterempfehlen!
18.11.2018 11:41
Karin Hämmerling schrieb
Wir haben das Premierenabo und bislang die "Vögel" und "Orestie" gesehen. Wir sind begeistert! Endlich wieder gut gespieltes Theater, gute Stücke, tolle Schauspieler. Glückwunsch. Es kann gerne so weitergehen; vielleicht könnte man sich hie und da überlegen, ob man wirklich 3 1/2 Stunden spielen muss. die 2. Hälfte, vor allem bei den "Vögel" war dann etwas pathetisch...
Nix für ungut, wir freuen uns auf die kommenden Stücke!
Und auf den Gratis-Sekt danach. Nette Geste.

Liebe Grüße von Karin Hämmerling und Robert Müller