Caryl Churchill

Foto: Marc Brenner
Die britische Dramatikerin Caryl Churchill wurde 1938 in London geboren. Sie wuchs zunächst im Lake District auf, während des Zweiten Weltkriegs emigrierte ihre Familie nach Montreal, Kanada. Später kehrte Churchill für ihr Studium der Englischen Literatur an der Oxford University nach England zurück, welches sie 1960 abschloss. Dort begann sie auch ihre literarische Laufbahn, indem sie drei Stücke für studentische Theatergruppen schrieb. Anschließend verfasste sie zunächst Stücke für Radio und Fernsehen, dann mehr und mehr für die Bühne. 1974 wurde sie als erste Frau Hausautorin am Londoner Royal Court Theatre, wo ihr 1979 mit Siebter Himmel der endgültige Durchbruch gelang. In diesem Stück kontextualisierte sie Kolonialismus und Feminismus, ließ Frauen Männerrollen spielen und umgekehrt. In anderen Stücken setzte sie sich mit ihren sozialistischen Überzeugungen auseinander. Die feministische Position entwickelte sie stetig weiter. Mit ihrem Werk, das theatralische Konventionen immer wieder radikal sprengte und für das sie vielfach ausgezeichnet wurde (u. a. mit dem Olivier Award und der Aufnahme in die American Theatre Hall of Fame), hat sie ganze Generationen von britischen Dramatiker:innen geprägt.
„Caryl Churchill hat in rund 40 Stücken – jedes eine neue kreative Herausforderung – ihr komplexes, visionär-innovatives Vokabular entwickelt … Die wichtigste Theaterautorin Englands.“ (Theater heute)

Zu ihren bekanntesten Stücken gehören Top Girls (1982), Serious Money (1987), In weiter Ferne (2001), Die Kopien (2002) und Liebe und Information (2012). Ihr Werk wurde bisher in fast 40 Sprachen übersetzt; gespielt wird es rund um den Globus in über 45 Ländern, von Bulgarien bis Australien, von Spanien bis China, Japan, Ägypten, Frankreich, Deutschland, den USA und Kanada, Slowenien, Italien, Estland, den Philippinen, weiten Teilen Südamerikas und vielen mehr. In den letzten Jahren wandte Churchill sich dem Bereich Musik und Tanz zu und arbeitete mit Musiker:innen und Choreograph:innen zusammen.

Für ihr umfangreiches Wirken erhielt Caryl Churchill in der Vergangenheit bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrfach den Obie Award for Playwriting und den Susan Smith Blackburn Prize. Außerdem wurde sie mit dem Olivier Award ausgezeichnet und 2010 in die American Theatre Hall of Fame aufgenommen.