Pretty Privilege

von Wilke Weermann
nach Oscar Wildes Roman
Das Bildnis des Dorian Gray
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
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Do – 12. Mär 26, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Fr – 13. Mär 26, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
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Kammertheater
Ab Klasse 9
Dauer – ca. 1:45 Std, keine Pause
Uraufführung
Sa – 07. Feb 26
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
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Do – 12. Mär 26, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Fr – 13. Mär 26, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
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Forever young? Was bedeutet im Zeitalter der manipulierten Bilder und Gesichter eigentlich noch der Begriff Schönheit?
Der Autor und Regisseur Wilke Weermann beleuchtet unseren Schönheitsbegriff im Schatten des heutigen durch Social Media geprägten Körperkults und interpretiert einen der bekanntesten Romane der Moderne neu: Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde (1854 – 1900).
Dorian Gray hat den Wunsch, für immer schön und begehrenswert zu bleiben, und seine Beschwörung geht in Erfüllung: An seiner Stelle welkt und altert sein gemaltes Porträt – ein Bildnis, das ihm schließlich zum Verhängnis wird.
In Pretty Privilege von Wilke Weermann (Uraufführung und Auftragswerk des Schauspiels Stuttgart) erzählt Weermann von einer Welt, in der Schönheit, Gesundheit und Sichtbarkeit zur entscheidenden Währung geworden sind. Im Zentrum steht hier die Schauspielerin Sibyl Vane, die ihr digitales Abbild erstellen lässt, um den steigenden Anforderungen einer Industrie zu entsprechen, die Perfektion, ständige Verfügbarkeit und Reproduzierbarkeit verlangt. Während ihr Avatar Sibyl-2 Karriere macht, Preise gewinnt und zur Projektionsfläche kollektiver Sehnsüchte wird, beginnt ihr reales Leben zu zerfallen.
Parallel dazu etabliert Dorian Gray ein System radikaler Selbstoptimierung und Datengläubigkeit: Mit Hilfe von Tracking, Algorithmen und künstlicher Intelligenz verspricht er ein Leben jenseits von Krankheit, Alter und Erfahrung. Henry Wotton, ein medial allgegenwärtiger Intellektueller, hat sein öffentliches Denken längst an eine KI ausgelagert, während er selbst körperlich und psychisch verschwindet. Zurück bleibt eine Gesellschaft, in der das Abbild um die Welt reist – und der Mensch selbst zum Abfallprodukt wird.
Das Stück verhandelt Fragen von Identität, Körper, Begehren und Verantwortung in einer Gegenwart, in der das Bild mächtiger ist als das Leben und Optimierung als Fürsorge verkauft wird. Was bleibt vom Menschen, wenn Erleben delegiert, Denken ausgelagert und Schönheit technisiert wird?
Inszenierung
Kostüme
Musik/Sounddesign
Licht
Peter Krawczyk
Dramaturgie

Pressestimmen

Südwest Presse
Otto Paul Burkhardt, 10. Feb 26
… In Wilke Weermanns Wilde-Update geht es längst nicht mehr um gemalte Abbilder, sondern um virtuelle Doubles. Garniert mit Bibelzitaten und Talkshow-Videos, landet das bezugsreich realisierte Stück mitten in der Gegenwart: im gleißenden Schrecken des Beauty-Terrors. Sicher, ein Gruselcomic. Aber sehenswert.
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Theater der Zeit
Elisabeth Maier, 11. Feb 26
… Der Raum erinnert ebenso an eine Filmkulisse aus den 1950er-Jahren wie an ein kaltes Versuchslabor. Stark spielt [Bühnenbildnerin Johanna] Stenzel mit diesen Assoziationen, ohne sie zu überfrachten. Die Kostüme [von Teresa Vergho] stellen die Menschen aus, machen sie zu Kunstfiguren. … Tim Bülow in der Rolle des Dorian Gray trägt einen Muskelbody aus Latex. Dem Schauspieler liegt die Rolle des „most measured man“ bestens….

… Virtuos spielt Teresa Annina Korfmacher mit dem Widerspruch ihrer starken Persönlichkeit und des digitalen Ebenbilds … Ihre Sybil ist so eitel, dass sie die eindringlichen Warnungen der Schwester einfach beiseiteschiebt. … [Sie] schöpft die Komplexität ihrer Rolle aus. … Die tragische Fallhöhe des Menschen Sibyl zeigt Korfmacher schonungslos. Humorvoll dekonstruiert Felix Jordan Henry, der bei Wilde ein unbelehrbarer Dandy war. Panikattacken und Zukunftsängste zertrümmern das coole Kamerabild, das er in Talkshows verkörpern will.
Wilke Weermanns Pretty Privilege denkt Oscar Wildes Erzählkunst aus heutiger Sicht weiter. … Der Regisseur entwickelt eine zeitgemäße, fesselnde Dramaturgie, die von der Filmsprache inspiriert ist. In diese Bilderwelt einzutauchen, ist so aufregend wie ein Computerspiel. …
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Ludwigsburger Kreiszeitung
Uta Reichardt, 09. Feb 26
… Wilke Weermann … [hat] den Stoff um Vergänglichkeit und Angst vor dem Altern am Kammertheater in aktuelle Gewänder gepackt.
Und die haben es in jeglicher Form in sich. …

… Dass der Preis für den Erfolg der allmähliche Zerfall von Sibyls Ich sein wird, versucht Schwester Jane (Mina Pecik) ..., ihrer Schwester … vergeblich zu sagen. Zu groß sind die Verlockungen …

… so steuert jeder der fünf Bühnenprotagonisten … auf seinen ganz persönlichen Abgrund zu, bekommen die noch so perfekten, oft ins Lächerliche gezogene Körper-Fassaden nach und nach schmerzliche Risse … Dass diese Inszenierung … überzeugend vermittelt, was geschieht, wenn Hülle und Schein zum einzigen Sein verkommt, liegt auch am schnellschnittigen Wechselbildspiel von Bühne, dystopisch-düsteren Soundeinspielungen (Musik und Sounddesign: Constantin John) und Videosequenzen.
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SWR Kultur aktuell
Karin Gramling, 09. Feb 26
… Überspitzter Humor und viel Ironie durchziehen das Stück, etwa wenn sich alle permanent die verrutschten Stirnfalten wieder geradeziehen. Das Ensemble agiert gut und passend überdreht. …
Dennoch wirft Wilke Weermann wichtige existenzielle Fragen im medialen Zeitalter auf: mit Avataren, die am Ende des Stücks einfach selbständig im digitalen Raum weiter existieren.
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Stuttgarter Zeitung / Nachrichten
Verena Großkreutz, 09. Feb 26
… Weermann hat diese Idee [aus Oscar Wildes Roman], den eigenen Alterungsprozess auf ein Objekt zu verpflanzen, umgedreht und auf heutige mediale Themen-Hypes übertragen: auf Selbstoptimierung, Gesundheitswahn, Perfektionsstress ... Er hat … eine poppige, aufgedrehte Gruselkomödie daraus gemacht. …

… Dorian Gray ist hier Heilsfigur, die ewiges Leben verspricht durch Tracking, Algorithmen und künstliche Intelligenz: Tim Bülow spielt eine Karikatur aus Jesus und Rambo …
… Zum Objekt … wird die junge, schöne Schauspielerin Sibyl Vane (Teresa Annina Korfmacher) … Ihr blonder KI-Avatar … macht von nun ab sehr erfolgreich Karriere.
Im Gegenzug beginnt aber schon bald der psychische und körperliche Verfall der „echten“ Figuren, sichtbar in bizarren Körperdeformationen, die an B-Horror-Fantasyfilme erinnern …

… Dem Premierenpublikum … hat’s hörbar gefallen.
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Online Merker
Alexander Walther, 12. Feb 26
… In diesem kuriosen Stück von Wilke Weermann (der hier auch furios Regie führt) erfährt man sehr viel über den schizophrenen Jugendwahn einer Gesellschaft, die sich immer nur selbst genügt. Hollywood lässt überall grüßen, Jayne Mansfield und Marilyn Monroe scheinen sich immer wieder die Klinke in die Hand zu geben. Der Filmglamour wird hier natürlich gehörig auf die Schippe genommen. …

Teresa Annina Korfmacher spielt die Schauspielerin Sibyl Vane unschuldig und durchtrieben zugleich. Sie lässt ihr digitales Abbild erstellen, um den steigenden Anforderungen der Film-Industrie zu entsprechen. Perfektion und permanente Verfügbarkeit werden wie selbstverständlich verlangt … Ihr Avatar macht Karriere – Sibyls reales Dasein zerfällt wie das Bildnis des Dorian Gray, von dem zuletzt nur noch eine hässliche Fratze zu sehen ist. Dorian Gray unterwirft sich auch in Wilke Weermanns Version einem radikalen Optimierungswahn, der natürlich in die Hosen geht. Selbst Sibyls relativ vernünftige Schwester Jane (ausdrucksstark: Mina Pecik) wird zum Opfer …

… Viel Zustimmung und „Bravo“-Rufe des Publikums…
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