Rand

von Kiki Miru Miroslava Svolikova

Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Nord
Ab Klasse 9
Eine Kooperation mit der HMDK Stuttgart
Premiere
Fr – 06. Feb 26
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Tetrissteine bilden immer neue Ränder, wie sie sich auch ineinanderschieben. Dabei bevorzugen sie die Mitte der Fläche, da die unterste Reihe bekanntlich schnell verschwindet. Vom Rand des Geschehens aus werden sie bei ihrem seltsamen Reigen von Soziolog*innen wissenschaftlich betrachtet – dabei sind diese eigentlich auf der Jagd nach dem letzten Einhorn, das als flüchtiges Phantasma selbst ein Leben am Rand führt. Fernab jeden Randes finden sich scheinbar die Astronaut*innen ohne Kontakt zur Erde, während aus den Ritzen zwischen irdischen Rändern die Fühler der Kakerlaken angstvoll hervorlugen. Jenseits des Bühnenrandes lauert ein unbeteiligter Beobachter, der später noch als zaghafter Terrorist an einer Geiselnahme scheitern wird, bevor die Zukunft ganz zum Schluss – am Rande des Augenblicks – alle verschlingt.
In einer Reihe szenischer Miniaturen erzählt Kiki Miru Miroslava Svolikova von absurden Randfiguren, ihren Gedanken und Wünschen. Assoziativ durchleuchtet sie dabei das umfassende Titelmotiv und spielt mit den Rändern unserer Wahrnehmung, unseres Bewusstseins und unserer Vorstellungskraft. Gleichzeitig befragt sie die Ränder unserer Gesellschaft und sozialer Konvention, wer diese definiert und so die Mitte markieren kann.


In dieser Produktion wird Stroboskoplicht verwendet.
Inszenierung
Licht
Michael Frank
Dramaturgie

Besetzung

Eva Habenicht*
Lotte Henning*
Mika Pavle Kuruc*
Vittoria Mensah*
Mara Suter*
Philip Süs*
Nico Voigtmann*
Leonie Wegner*
Annalisa Weyel*
*Gäste*Guests

Pressestimmen

Stuttgarter Zeitung / Nachrichten
Roland Müller, 09. Feb 26
… Dort, wo Marginalisierte hausen, lebt es sich nicht gut, es kann schmuddelig werden, unbequem und gefährlich, sei’s am physischen, geografischen, politischen oder sozialen Rand – oder eben am „Rand der eigenen Vorstellung: wo gehe ich noch mit und wo nicht mehr?“ Diese Frage stellt die … Dramatikerin Kiki Miru Miroslava Svolikova in ihrem verrückten Bühnenessay und reicht sie ans Publikum weiter. …

... Assoziativ wuchert die Fantasie der Autorin dahin, ihr Personal reicht vom … Klerikal-Kammerjäger über Mickey Mouse und das von Ausrottung bedrohte letzte Einhorn bis hin zu arbeitslosen Soziologen, verlorenen Astronauten und einem liebeshungrigen Terroristen, der nicht weiß, wohin mit seiner Knarre und seiner Wut. …

… Im Nord sind es acht Studierende der Stuttgarter Schauspielschule, die sich in den Schleudergang wagen ... Toll kostümiert von Clara Rosina Straßer, meistern sie den an Elfriede Jelinek geschulten Text. … Zugleich erkundet das Oktett mit juveniler Spielfreude die Ränder des zerklüfteten Svolikova-Trails …
Zur vollständigen Kritik
Online Merker
Alexander Walther, 11. Feb 26
Menschen, die einfach an den Rand gedrückt werden, stehen im Mittelpunkt dieser szenischen Miniaturen ... Tetrissteine bilden dabei immer neue Ränder, sie schieben sich ineinander und gehen darin auf. Dabei werden sie dann von scharfzüngigen und penetranten Soziologen wissenschaftlich betrachtet und begutachtet. … Die Figuren entstammen dabei der Popkultur, verschiedene Reibungsflächen zwischen Gruppe und Individuum werden sichtbar. Die grausamen Soziologen reduzieren ihre Mitmenschen auf Forschungsobjekte. Und der Priester wird aus religiösem Fanatismus gewalttätig. Aber das alles nützt nichts: Die überlebensfähigen Kakerlaken scheinen den Untergang ganz bewusst herbeizuführen. …

… Das Publikum wird … aufgefordert, seine Sichtweisen zu hinterfragen. In dieser Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart überzeugen vor allem die Darsteller Mara Suter als das letzte Einhorn, Mika Pavle Kuruc als Priester sowie Vittoria Mensah als Mickey Mouse und Nico Voigtmann als liebeshungriger Terrorist. …

… Die Musik von Jan Paul Werge unterstreicht dabei die bedrohliche Stimmung durchaus passend. Zuletzt „Bravo“-Rufe und viel Applaus für das junge Ensemble.
Zur vollständigen Kritik
Mit freundlicher Unterstützung der Claudine und Eike Hallwachs-Stiftung können wir für die Vorstellung am 10. Februar eine Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache anbieten.