WASTE! (UA)

von Gianina Cărbunariu
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
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Do – 02. Jun 22, 20:00
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Fr – 03. Jun 22, 20:00
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Sa – 04. Jun 22, 20:00
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Mo – 06. Jun 22, 20:00
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Kammertheater
Dauer – ca. 1 Std. 40 Min., keine Pause.
Uraufführung
Do – 17. Mär 22
Karten
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Do – 02. Jun 22, 20:00
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Fr – 03. Jun 22, 20:00
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Sa – 04. Jun 22, 20:00
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Mo – 06. Jun 22, 20:00
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Die Mülltrennung – eigentlich eine vernünftige Sache, von manchen Zeitgenoss:innen wird sie gar mit pseudoreligiösem Eifer betrieben. Umso verstörender, dass Teile dieses sorgsam sortierten Abfalls auf höchst umweltschädliche Weise entsorgt werden. Etwa fünfzig Prozent der Plastikabfälle der gelben Tonne wird gar nicht recycelt, sondern verbrannt, zum Beispiel in Zementwerken. Gerne auch im Ausland, wo man es mit den Umweltbestimmungen nicht so genau nimmt.
In Rumänien etwa werden auch gefährliche Substanzen verarbeitet, für die keine Recyclinglösungen existieren, mit dramatischen Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung. Am globalen Business wird gut verdient, mafiöse Strukturen entstehen, Müll scheint das neue Gold zu sein.
Ist das vielbeschworene europäische Projekt wirklich eine Wertegemeinschaft oder dominieren knallharte Wirtschaftsinteressen? Benutzen wir das Wirtschaftsgefälle innerhalb der EU, um einerseits ökologische Probleme auf Kosten anderer zu lösen und andererseits billige Arbeitskräfte zu rekrutieren? Und wie ist es eigentlich um die globale Solidarität bestellt?
Die rumänische Autorin und Regisseurin Gianina Cărbunariu hat sich auf dokumentarische Theaterformen spezialisiert. Basierend auf ausführlichen Recherchen entwickelt sie fiktive Szenerien, die zu höchst eigenwilligen, energetischen Theaterarbeiten werden. Konkrete Themen sind für Cărbunariu immer Ausgangspunkt für grundsätzliche Befragungen der Gegenwart, die sie mit theatralischen Mitteln aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.
Inszenierung
Bühne & Kostüme
Choreographische Beratung

Pressestimmen

Die deutsche Bühne
Manfred Jahnke, 18. Mär 22
"Lustvolles Ensemble"

"Cărbunariu entwickelt in ihrer Inszenierung zu den Kompositionen von Emilian Gatsov ein hohes Tempo, das die Neigung steigert, den Szenen einen absurden Kick zu geben. Die Dialoge sind witzig und spritzig. … Der Dialog ist voller Pointen und so aberwitzig, wie er auch in der Realität stattfindet. Nein, die Autorin verurteilt nicht, sie führt vor, was in ihrem Heimatland vor sich geht."

Zur vollständigen Kritik
Ludwigsburger Kreiszeitung
Arnim Bauer, 19. Mär 22
"Es erweist sich als richtig, den Weg der Fabel weiter zu gehen, das ist ein seit jeher bewährtes Rezept, und Cărbunariu schafft es, diese Art und Weise der indirekten Kritik an den herrschenden Zuständen auch auf die Bühne zu zaubern. So steht jedes Tier für eine bestimmte Haltung zu den Problemen, deren Vielschichtigkeit so erst richtig plastisch werden kann. Man mag einwerfen, dass es sich auch um eine reichlich naiv wirkende Darstellungsweise handelt, aber durch die Animalisierung entstehen klare Bilder, profilierte Figuren und es kommt neben der nun sehr lebendigen, sehr persönlich wirkenden Darstellung auch zu kleinen Höhepunkten. Etwa wenn der mit faschistoiden Ansichten kokettierende Bär Partei ergreift oder wenn Elias Krischke Schuberts "Die Forelle" in einer eigenwilligen, schrillen und treffenden Weise intoniert.

Am Ende erweist sich der Weg, den Cărbunariu mit ihrem Stück gegangen ist, das Dokumentar-Märchen, das sie aus dem engagierten Gesellschafts- und Umweltstück gemacht hat, als der richtige Weg, Klarheit zu schaffen und doch nicht mit dröger Langeweile die Wirkung gleich wieder zu zerstören."

Die Rheinpfalz
Jürgen Berger, 25. Mär 22
"Der Abend entwickelt sich dann aber doch in Richtung eines absurden Märchens mit sprechenden Tieren und einem großen Vogel, der sein imposantes Balzrad in allen Regenbogenfarben auffächern kann. Sebastian Röhrle spielt den Pfau des Stücks, als zensiere der Pressesprecher eines Zementwerkes all diejenigen, die etwas gegen seinen Arbeitgeber vorbringen könnten. Mal ist er alarmiert, dann wieder dezent zynisch, vor allem aber immer auf die Wahrung des schönen Scheins bedacht."

"Gegen Ende tritt sogar Europas größter Bär auf. Er lebt in den Karpaten und könnte ein mächtiger Umweltschützer sein, läge ihm nicht nur die eigene Heimat am Herzen und hätte er nicht Vorbilder wie "die rumänischen Faschisten der Zwischenkriegszeit, die PiS-Partei aus Polen, Viktor Orban oder Donald Trump". Gemeint sind Rumäniens Rechtsradikale, die alles aus dem Weg schaffen wollen, was sich außerhalb ihres engen Blickwinkels bewegt. Einmal mehr wird klar, dass Gianina Cărbunariu das große Ganze im Blick hat und sich nicht scheut, scheinbar Unvereinbares wie dokumentarische Inhalte und märchenhafte Ornamente zusammen zu packen…"

Zur vollständigen Kritik
Esslinger Zeitung
Elisabeth Maier, 19. Mär 22
"[Cărbunariu] lenkt den Blick auf die Gefahr, die langfristig ebenso Existenzen bedroht: die Klimakatastrophe. Dass die rumänische Theaterfrau, die als Europäerin denkt, da auch Parallelen zu den Rissen in der Gesellschaft zieht, macht den Reiz von "WASTE!" aus.

Feinfühlig lässt sich Sebastian Röhrle, in Strumpfhosen und mit blinkendem Rad, auf die schwierige Rolle des gefiederten Vermittlers ein. Die Plattitüden, die er von sich gibt, verleihen dem Endzeit-Thema Leichtigkeit. … So gibt es Rollen, die Ungerechtigkeit aufdecken könnten, und die dem Rotstift zum Opfer fallen: der Zollbeamte, der Polizist und der Staatsanwalt. Der junge Elias Krischke verkörpert sie klar und kantig. … Spielerisch streut die Regie das Sterben der Fische ein: Boris Burgstaller macht als verendende Forelle eine großartige Figur. Schließlich stört gar ein Raubtier das muntere Forellen-Quintett. Als [Jannik] Mühlenweg im Kostüm des Bären die Bühne betritt, stockt manchen der Atem. Daraus die russische Allegorie zu lesen, liegt nah. Und der Schein trügt nicht: Das Tier steht für die rechtsradikalen Tendenzen in Europa und schlägt auf der Bühne wild um sich. Damit hat das Öko-Spektakel seinen Höhepunkt erreicht."

Online Merker
Aelxander Walther, 19. Mär 22
"Satirischer Spielwitz und Ironie sind eindeutig die Stärken dieser Aufführung"
Zur vollständigen Kritik