Stammheim-Protokoll
Der Gerichtsprozess gegen die RAF
Schauspielhaus
ab Klasse 9
Uraufführung
Sa – 19. Jun 27
Sa – 19. Jun 27
Die Kaufhausbrände, die Baader-Befreiung, Attentate und Morde, die Entführung und Ermordung Hanns Martin Schleyers, die Geiselnahme in der Lufthansamaschine „Landshut“ – die Zeit der Roten Armee Fraktion (RAF) ging als politischer Krisenzustand ins bundesdeutsche Gedächtnis ein.
Zwischen 1975 und 1977 fand in Stuttgart-Stammheim der Prozess gegen Gudrun Ensslin, Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Holger Meins und Jan-Carl Raspe statt, die prominentesten Köpfe der RAF. Er gilt als eines der umfangreichsten und umstrittensten Strafverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Mit der Festnahme der führenden Mitglieder, dem Prozess gegen sie und nicht zuletzt mit ihrem Suizid in der Justizvollzugsanstalt Stammheim ist das Schlusskapitel der ersten Generation der RAF auch in die Stuttgarter Stadtgeschichte unauslöschlich eingeschrieben.
Das britisch-irische Theaterkollektiv Dead Centre widmet sich nach Die Erziehung des Rudolf Steiner wieder einem ortsbezogenen Thema und macht sich auf die Suche nach dem dramatischen Potenzial im dokumentarischen Material. Über 192 Prozesstage hinweg türmen sich Akten und Beweismittel. Hunderte Zeug*innen werden geladen, verfahrenstechnische Absurditäten stören den Ablauf. Mikrofone versagen, um Formalien wird gestritten, Anträge werden gestellt und abgelehnt. Die Beteiligten liefern sich hitzige Wortwechsel und politische Schlagabtausche. Immer wieder wird die Verhandlung sabotiert und unterbrochen. Tatsächlich haben Bühne und Gerichtssaal viel gemeinsam: Beides sind Orte, an denen wir Menschen begutachten, ihr Verhalten, ihre Handlungen und Sprache analysieren und anschließend ein Urteil fällen.
Diese Inszenierung, aus Mitschnitten der umfangreichen Stammheim-Protokolle, will auch das Theater selbst vor Gericht stellen: Wenn wir heute noch vor denselben Problemen stehen, für deren Lösung die RAF gekämpft hat – Kriege und kapitalistische Ungleichheit –, was kann die Kunst dann tun, um die Realität zu verändern? Wie sollen wir die Rolle des Theaters bei der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen beurteilen?
Zwischen 1975 und 1977 fand in Stuttgart-Stammheim der Prozess gegen Gudrun Ensslin, Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Holger Meins und Jan-Carl Raspe statt, die prominentesten Köpfe der RAF. Er gilt als eines der umfangreichsten und umstrittensten Strafverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Mit der Festnahme der führenden Mitglieder, dem Prozess gegen sie und nicht zuletzt mit ihrem Suizid in der Justizvollzugsanstalt Stammheim ist das Schlusskapitel der ersten Generation der RAF auch in die Stuttgarter Stadtgeschichte unauslöschlich eingeschrieben.
Das britisch-irische Theaterkollektiv Dead Centre widmet sich nach Die Erziehung des Rudolf Steiner wieder einem ortsbezogenen Thema und macht sich auf die Suche nach dem dramatischen Potenzial im dokumentarischen Material. Über 192 Prozesstage hinweg türmen sich Akten und Beweismittel. Hunderte Zeug*innen werden geladen, verfahrenstechnische Absurditäten stören den Ablauf. Mikrofone versagen, um Formalien wird gestritten, Anträge werden gestellt und abgelehnt. Die Beteiligten liefern sich hitzige Wortwechsel und politische Schlagabtausche. Immer wieder wird die Verhandlung sabotiert und unterbrochen. Tatsächlich haben Bühne und Gerichtssaal viel gemeinsam: Beides sind Orte, an denen wir Menschen begutachten, ihr Verhalten, ihre Handlungen und Sprache analysieren und anschließend ein Urteil fällen.
Diese Inszenierung, aus Mitschnitten der umfangreichen Stammheim-Protokolle, will auch das Theater selbst vor Gericht stellen: Wenn wir heute noch vor denselben Problemen stehen, für deren Lösung die RAF gekämpft hat – Kriege und kapitalistische Ungleichheit –, was kann die Kunst dann tun, um die Realität zu verändern? Wie sollen wir die Rolle des Theaters bei der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen beurteilen?
Inszenierung