Die Räuber

von Friedrich Schiller
Mit Texten von Thomas Melle
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
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So – 04. Okt 26, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Mo – 12. Okt 26, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
So – 18. Okt 26, 18:00
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Sa – 31. Okt 26, 19:30
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Fr – 06. Nov 26, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Mo – 30. Nov 26, 18:00
Schauspielhaus
Ab Klasse 8
Dauer – ca. 2:30 Std., eine Pause nach 1:10 Std.
Premiere
Sa – 04. Jul 26
Karten
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So – 04. Okt 26, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Mo – 12. Okt 26, 19:30
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So – 18. Okt 26, 18:00
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Sa – 31. Okt 26, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Fr – 06. Nov 26, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Mo – 30. Nov 26, 18:00
„Gab Sie uns doch Erfindungsgeist mit, setzte uns nackt und armselig ans Ufer dieses riesen Oceans Welt – Schwimme wer schwimmen kann und wer zu plump ist, gehe unter!“

Franz Moor versteht es trickreich, seinen Vater Maximilian gegen seinen Bruder Karl auszuspielen und aufzuhetzen. Ihre Lebenspläne könnten nicht unterschiedlicher sein: Auf der einen Seite Karl, dessen Ziele in einer ungerechten Welt zunächst nachvollziehbar scheinen, und auf der anderen Seite Franz, der getrieben ist von der Sehnsucht nach väterlicher sowie weiblicher Anerkennung.

Als Karl sich radikalisiert und Kopf einer Räuberbande wird gerät die alte Welt ins Wanken. Künftig soll alles anders und das Bisherige auf den Kopf gestellt werden, doch zu welchem Preis? Karl und seine Bande verlieren im Laufe der Zeit jegliches Maß, brandschatzen und vergewaltigen. Am Ende obsiegt pure Verachtung. War es das wert?
Derweil ist Amalia, verstrickt in die Familie Moor, ihrer Zeit weit voraus und hat ihre ganz eigene Perspektive auf die männliche Geschichtsschreibung.

Autor und Kleist-Preisträger Thomas Melle (Die Welt im Rücken) ergänzt Schillers skandalöses Sturm-und-Drang-Drama 2026 mit komplexen Zeitfragen und befragt den Stoff neu.
In dieser Produktion wird Stroboskoplicht verwendet.
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Video & Live-Video
Licht
Dramaturgie

Pressestimmen

SWR, Kultur aktuell
Karin Gramling, 06. Jul 26
Erschreckend guter Theaterabend … ein Warnruf für die Demokratie

Großartiges Ensemble, aufrüttelnde Inszenierung: Das Schauspiel Stuttgart legt den Finger tief in die Wunden der Gegenwart. Die Texte des Autors Thomas Melle verleihen Friedrich Schillers Drama enorme Aktualität. …

… Amalia emanzipiert sich von den patriarchalen Strukturen, den Macht- und Ränkespielen, die alle ins Verderben führen. Thomas Melles Text macht sie zur stärksten Figur. …

… Sehenswert!
Zum vollständigen Beitrag mit O-Tönen
Stuttgarter Zeitung / Nachrichten
Nicole Golombek, 06. Jul 26
… Die volle Ladung – die gibt der pop- und pathosverliebte Regisseur Pucher seinem Publikum zweifelsohne. Und das von der ersten Sekunde an …

… Der Autor Thomas Melle wurde … um Texte gebeten. Nun zeigt sich, neben all den Wirrnissen, dem Freiheitsdrang, Bruderhass und den Terror-Räubern, ... Amalia, Karls Verlobte. Eine Nebenfigur, die keine Lust hat, als bloßes Objekt der Begierde von Franz betatscht und von Karl ermordet zu werden. …

… Bei allem politisch korrekten Abgesang des Patriarchats ist der Text um Poesie bemüht, hat einen guten Rhythmus, Witz und ist klar in der Aussage. Auch was die Beweggründe von Karls jugendbewegter Räuberbande betrifft. …

… Das ist gut gesehen und interessant inszeniert, mit Lust am popkulturellen Zitat. …

… Die zahlreichen Anspielungen an tagesaktuelle gesellschaftspolitische Stimmungen … sind in ihrer Düsternis eindrücklich.
Zur vollständigen Kritik
Nachtkritik
Verena Großkreutz, 05. Jul 26
Die Räuber, diesmal inszeniert von Stefan Pucher. Nicht einfach nur die von Schiller, sondern gespickt mit patriarchatskritischen, auch feministischen Kommentar-Texten von Thomas Melle, die sich geschmeidig einfügen in Schillers kraftvolle, pathetische, bildreiche Sprache. Vor allem Amalia, sonst Opfer männlicher Mordlust, werden sie in den Mund gelegt. …

… Celina Rongen … ist für diese Amalia genau die richtige: kraftvoll in ihrer explosiv-aggressiv umgesetzten Wut und scharfen Artikulation. … Felix Jordan als Karl Moor, sensibel, verletzt, aggressiv, wütend: trefflich! Genauso wie Tim Bülow als gewaltgeiler, nihilistischer Spiegelberg. …

… Die Kostüme von Annabelle Witt bieten einen unisexen Mix aus queerer Buntheit, Anzügen, Westernstiefeln, futuristischen Schulterpolstern, barocken Rüschen, Pelzkragen. Auch die Frisuren: gewagt. Das Bühnenbild von Nina Peller lässt Assoziationen freien Lauf: ein Unort …

Therese Dörr als Franz Moor, der seinen Bruder Karl durch ebensolche Lügen ausgeschaltet hat, ist großartig. Wie sie die Tonfälle wechselt zwischen mephistophelischer Schlauheit und kindlicher Liebesbedürftigkeit – fantastisch textplastisch, mit genauem Gespür für die Zwischentöne. …
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lkz.de (Ludwigsburger Kreiszeitung)
Uta Reichardt, 05. Jul 26
… [Bei Schiller] bleibt Karls geliebter Amalia damals … nur die undankbare weibliche Nebenrolle der hingebungsvollen Liebenden, die am Ende gar ihre eigene Ermordung durch Karl erfleht.
Knapp 250 Jahre später geht das natürlich nicht mehr, weshalb sich die Schiller‘schen Räuber jetzt am Staatsschauspiel Stuttgart mit Texten von Thomas Melle versetzt auf der Bühne beharken – was Amalias Position unbedingt aufwertet … eine fantastisch spielende Celina Rongen … im knallorangenen Pop-Dress …

… Karl, von Felix Jordan glaubhaft in seiner zunehmenden Verzweiflung gespielt, vor allem aber eine überragende Therese Dörr alias Franz [erhalten] viel lohnenden Darstellungsraum …

… Die intensive Arbeit an dieser lohnenden Neuinterpretation der Räuber … erhält viel Beifall.
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Die deutsche Bühne
Manfred Jahnke, 05. Jul 26
… Gegen Ende hin wirkt diese Inszenierung gegenwärtig und zugleich kämpferisch emotional. Nicht nur Amalia, der Celina Rongen die nüchternen Töne einer Beobachterin gibt, ohne sich in das Emotionale der Männerwelt einzumischen, fordert ein „neues Zeitalter“ ein. Auch im Monolog des alten Moor, dem Michael Stiller konzentriert leise Töne gibt, finden sich Selbstzweifel. Manchmal wird auch das Schiller’sche Pathos unfreiwillig komisch. Dabei arbeitet Stefan Pucher mit spannenden Kniffen. … Die großartige Therese Dörr spielt [den Franz] in barockem, dunkelglänzendem Rock (Kostüme: Annabelle Witt). Im sprachlichen Ausdruck ist sie gefährlich präzise. Die zweischneidige Rhetorik des Franz wird in dieser Gestaltung greifbar. …

… Stefan Pucher gelingen in seiner Inszenierung starke sinnliche Bilder, die sich einprägen, aber die Ambivalenz zwischen dystopischer Gegenwart und utopischer Hoffnung nicht unterschlagen.
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Rhein-Neckar-Zeitung
Heribert Vogt, 07. Jul 26
… Die so krasse wie bildgewaltige Inszenierung von Stefan Pucher zeigt im Kern, wie individuelle Radikalisierung und Extremismus zum Zerfall einer Gesellschaft und letztlich in die Katastrophe führen. Sichtbar wird das Janusgesicht des Ideals der Freiheit, die zugleich schlimmsten Exzessen Tür und Tor öffnen kann. …

… Alles in allem sind die Räuber in einer sinnlich überwältigenden, zweieinhalbstündigen Inszenierung zu erleben. Aufführung, Argumentation und Botschaften bilden ein stimmiges Ganzes. Dabei wird gekonnt die Waage gehalten zwischen dem historischen Sturm-und-Drang-Drama und seiner Relevanz in der Gegenwart. … Am Ende steht … begeisterter Applaus.
Südkurier Konstanz
Kathrin Horster, 06. Jul 26
… Die Inszenierung am Stuttgarter Schauspiel ist eine kritische Re-Lektüre des Stoffes, eine 2.0-Version für das Hier und Jetzt.
Nicht Franz (Therese Dörr), die Kanaille, und dessen verhasster Bruder Karl (Felix Jordan) stehen im Fokus des Geschehens, sondern Karls Verlobte Amalia (stark: Celina Rongen). Ihr legt Thomas Melle einen eigens verfassten Prolog in den Mund und entwickelt so Schillers Text als Rückblick aus weiblicher Perspektive. …

… Im interessanten Bühnenbild von Nina Peller verschanzt sich die staatliche Macht (Moor) im von außen uneinsehbaren Bunker, dessen Innenperspektive mittels Kamerabildern auf eine aus dem Portal abfahrende Leinwand projiziert wird. …


Heilbronner Stimme
Christoph Feil, 08. Jul 26
… Es ist Amalia – … für gewöhnlich Opfer im tödlichen Bruderzwist von Karl und Franz Moor - die hier die Faxen dicke hat. Die im doppelten Sinne das Spiel durchschaut und sich entscheidet, da nicht mehr mitzumachen. Ihr gehört das erste und letzte Wort, auf ihr als Überlebender ruht am Ende die Hoffnung in dieser Inszenierung von Schillers Dramendebüt. …

… Dabei legen Pucher und Autor Thomas Melle („Die Welt im Rücken“), der zum Original eigene Texte beigesteuert hat, … bedrückende Verweise auf unsere Gegenwart offen …

… Zwischen Revoluzzer und Rockstar … bewegt sich Felix Jordan als Karl, Franz ist mit Schauspielerin Therese Dörr besetzt, die in dieser Rolle eine nihilistische Grausamkeit an den Tag legt. Amalia, gespielt von Celina Rongen, weiß sich souverän zu behaupten in dieser blutigen Familientragödie. Schmierig-gefährlich ist Tim Bülow als Spiegelberg …
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