Leuchtfeuer

von Nancy Harris
Übersetzung von Jessica Higgins

Kammertheater
Deutschsprachige Erstaufführung
zweite Hälfte der Spielzeit 2020/21
Als Colm mit seiner Ehefrau Bonnie zum ersten Mal seit vielen Jahren in den Heimatort seines Vaters, eine Insel vor West Cork, Irland, zurückkehrt, scheint zunächst alles anders. Seine Mutter Beiv, eine berühmte bildende Künstlerin, die auf der Insel zurückgezogen lebt, hat das halbe Haus abgerissen und beschlossen, nur noch gläserne Wände zu installieren, um sich so bewusst zur Schau zu stellen. Die Leute im Dorf reden ohnehin. Seit dem mysteriösen Tod ihres Mannes, der vor zehn Jahren auf dem Meer umkam, wird sie des Mordes beschuldigt und steht konstant unter Beobachtung. Und auch für Beiv birgt der Besuch ihres Sohnes einige Überraschungen. Colm hat ihr seine Hochzeit mit der Kunststudentin Bonnie verschwiegen und scheint auch sonst keinerlei Interesse an einem harmonischen Wiedersehen zu haben. Schnell werden alte Wunden aufgerissen. Colms großer Zorn auf Beivs Egoismus und ihre Unzulänglichkeiten als Mutter überschattet den gesamten Besuch. Das plötzliche Auftauchen seines alten Jugendfreundes und Liebhabers Donal lässt die Situation schließlich eskalieren. Die Vergangenheit zieht alle in einen Strudel aus alten und neuen Verletzungen, Schuldzuweisungen und unerwiderter Liebe.
Nancy Harris entwirft mit Leuchtfeuer eine ebenso berührende wie abgründige Familiengeschichte. In einer scheinbaren Idylle verfangen sich ein traumatisierter junger Mann und seine vom Schicksal gezeichnete Mutter in einem Gespinst aus Vorwürfen, aus dem es kein Entrinnen gibt.
Inszenierung
Bühne und Kostüm
Licht Design
Jack Knowles
Sound Design
George Dennis
Dramaturgie