Pigs

Ein interaktives Rollenspiel von Miriam Tscholl
Eine Produktion der Münchner Kammerspiele
Kammertheater
Stuttgarter Premiere
Do – 23. Jul 22
Der Mensch ist ein Allesfresser. Seit 2,6 Millionen Jahren findet sich neben pflanzlicher auch tierische Nahrung auf dem menschlichen Speiseplan. In Europa das meistverzehrte Tier jedoch im Islam und im Judentum verboten – kein Tier wird ambivalenter betrachtet als das Schwein. Es steht für Glück und Wohlstand, und doch möchte niemand als solches bezeichnet werden. Menschen und Schweine gleichen einander physiologisch, und dennoch distanzieren wir uns von ihnen wie von keinem anderen Tier. Nicht erst seit dem Skandal im Tönnies-Schlachthof wissen wir alle: Fleischproduktion ist oft grausam und wichtiger Mitverursacher der Klimakrise. Ernährung ist eine Frage der Identität geworden und führt zu Streit in Familien und Kantinen. Greenpeace fordert, den Fleischkonsum bis 2050 zu halbieren. Doch warum bleibt dieser in Deutschland seit Jahrzehnten hoch, obwohl viele sich Veränderungen wünschen und das Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum und Klimakrise besonders in der jungen Generation rasant gestiegen ist?
In Miriam Tscholls PIGS treffen in einer digitalen Installation 30 Zuschauer:innen auf 30 Expert:innen in Sachen Schwein: Metzger:innen, Agrarpolitiker: innen, Klimaaktivist:innen, Landwirt:innen, Verbraucher:innen und viele mehr. In einem Prozess zwischen digitalem Infotainment und Demokratiespiel reflektieren die Zuschauer:innen einzeln und als Gruppe ihr ambivalentes Verhältnis zum Schwein. Da betreten zwei analoge Rampensäue die moralische Anstalt. Die Schauspieler:innen grüßen herzlich von Dionysos, auf dessen rauschenden Partys einst Tiere zerrissen und gegessen wurden.

Eine Koproduktion der Münchner Kammerspiele und der Schauburg München, dem Düsseldorfer Schauspielhaus/Junges Schauspiel, dem Nationaltheater Mannheim/Schauspiel mit der Bundesgartenschau Mannheim 2023, dem Schauspiel Hannover, dem Schauspiel Stuttgart und dem Theater an der Parkaue Berlin.
Inszenierung
Ausstattung
Bernhard Siegl
Video
Georg Werner
Musik
Pollyester