Sacred Monsters
(Parts of Medea)

von Nino Haratischwili
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Sa – 08. Mai 27, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Fr – 02. Jul 27, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Fr – 23. Jul 27, 19:30
Schauspielhaus
ab Klasse 10
Uraufführung
Sa – 08. Mai 27
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Sa – 08. Mai 27, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Fr – 02. Jul 27, 19:30
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Fr – 23. Jul 27, 19:30
Sie verlässt ihre Heimat aus Liebe. Sie verrät ihren Vater, ihre Herkunft, ihre Sprache. Sie hilft einem Krieger, zum Helden zu werden: Medea hatte sich unsterblich in Jason verliebt, ihn bei seinen Kriegen unterstützt. Für ihre Liebe ging sie über Leichen. Sie berührte Jason und infizierte sich unheilbar „mit der Krankheit, die den Namen Heimatlosigkeit trägt“. Als dieser Mann sie verstößt, wird Medea selbst zur Fremden und reagiert auf die radikalste Weise: Sie tötet ihre eigenen Kinder. Ein Mythos von Liebe und Verrat, von Entwurzelung und Rache. Doch wer ist in dieser Geschichte Opfer, wer Täter*in?
Mit Sacred Monsters (Parts of Medea) erzählt Nino Haratischwili den Mythos Medea nicht nach, sie sprengt ihn auf. Medea wird hier zu einem Echo durch unterschiedlichste Zeiten hindurch. Ihre Stimme vervielfacht sich in Frauen der Geschichte und Gegenwart, in Müttern und Geliebten, in Mitläuferinnen und Widerständigen, in jenen, die geliebt, geopfert, verraten wurden und selbst verraten haben: Historische und zeitgenössische Figuren erzählen als Medea-Varianten polyfon von Exil und Mutterschaft, von Geiselnahmen, ideologischer Verblendung und von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Ein Kinderchor spricht von einer Welt, die sich immer neu verwundet. Von Kriegen, die in immer anderen Namen geführt werden. Von Katastrophen, die wir technisch beherrschen und moralisch am Ende nicht begreifen können. „Sacred Monsters“ – heilige Monster. Das sind nicht nur mythische Gestalten. Es sind auch die scheinbar über die Jahrhunderte hinweg persistenten Narrative von Nation, Heldentum und Opfermythos. Es sind jene, die wir zu Monstern erklären, um uns selbst unschuldig zu fühlen.
Nino Haratischwili zeigt, wie dünn die Linie zwischen Heiligsprechung und Verdammung ist und wie sehr diese Monster von denselben Ängsten gespeist werden. Sie präsentiert mit dieser Uraufführung und Regiearbeit am Schauspiel Stuttgart ein poetisch-kraftvolles Stück über die Grenzen von Freiheit und Selbstermächtigung in unseren von neuen Kriegen geprägten Zeiten
Inszenierung