Imaginary Europe (UA)

Projekt 1 des Europa Ensembles
Mit Texten von Peter Weiss, J.B. Savigny und Alexandre Corréard, Walter Benjamin und Heiner Müller
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Kammertheater
Dauer – ca. 1:55 Std, eine Pause
auf Englisch, Deutsch, Polnisch und Kroatisch mit deutschen und englischen Übertiteln
Wiederaufnahme
Do – 12. Dez 19
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Wir haben ein Europa Ensemble gegründet! Zusammen mit dem Nowy Teatr, Warschau, und dem Zagreb Youth Theatre schafft das Schauspiel Stuttgart eine gelebte Utopie. Während das europäische Projekt vielerorts zunehmend in Frage gestellt wird, macht eine Gruppe von Schauspieler*innen und Regisseur*innen aus Kroatien, Bosnien, Polen und Deutschland über einen längeren Zeitraum zusammen europäisches Theater.
Den Auftakt entwarf und inszenierte der künstlerische Leiter des Ensembles, Oliver Frljić. Als Wanderer zwischen den Welten, der sowohl in Osteuropa als auch in Deutschland arbeitet, ist er für die Leitung des Ensembles prädestiniert. Für die folgenden Inszenierungen des Europa Ensembles lädt Frljić innovative Kulturschaffende unterschiedlicher Herkunft ein, um Theater zu machen – für ein neues Europa.

In Imaginary Europe macht sich Oliver Frljić mit seinem Ensemble auf die Suche nach einem theatralischen Utopia. Im Angesicht des Erstarkens rechtspopulistischer Bewegungen in Europa, zunehmender Intoleranz und den Herausforderungen moderner Migrationsgesellschaften fragen wir nach der Verantwortung von Intellektuellen und Künstler*innen. Mit Peter Weiss und seiner Ästhetik des Widerstands werfen wir einen Blick auf zwei Schlüsselwerke der Malerei und damit auf verschiedene Aspekte der Französischen Revolution: Was ist aus dem Ideal von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit geworden? Biographisches Material der Schauspieler*innen führt das Publikum mitten hinein in die Widersprüche unserer unübersichtlichen Gegenwart. Ist der europäische Traum noch zu retten?

Uraufführung: Mi – 10. Apr 19

Eine Koproduktion des Schauspiels Stuttgart mit dem Nowy Teatr, Warschau und dem Zagreb Youth Theatre (Zagrebačko kazalište mladih).
Gefördert durch die
Konzept, Inszenierung und Bühne
Kostüme
Licht
Jörg Schuchardt
Dramaturgie
Übertitel
Agnieszka Fietz

Pressestimmen

Deutschlandfunk
Cornelie Ueding, 11. Apr 19
"Die Kreuz-Szene, eine Mischung aus Monty Python und Pasolini, ist nur eine der Facetten, die in bisweilen atemberaubend schneller, zirzensisch virtuoser Abfolge förmlich über die Bühne wirbeln. Das "imaginierte Europa" von Oliver Frljic und seiner plurikulturellen Theatertruppe versteht es, rasant alle Register des europäischen Theaters zu ziehen und zugleich zu ironisieren: Auf Performance lecture-artige Exkurse folgen knallige Showteile nach dem Motto "we wish to entertain you.""

"Europas undurchschaubare Doppelhelix der Gefühle – hier wird sie nicht einfach nur beschrieben oder behauptet: das Europa-Ensemble bringt diese Eigenart so leichtfüßig auf die Bühne, dass man ebenso gebannt wie angenehm be-fremdet in den Abgrund der kollektiven Seele „unseres“ Europa blickt."

"Dafür sorgt das ganz junge, gewitzte, improvisationsgeschulte, mehrsprachige Ensemble. Mal auf Englisch, mal auf Deutsch demontieren und montieren die Schauspieler Bruchstücke europäischer Geschichte so geschickt, dass sich trotz aller Skepsis ein kleiner Spalt listigen Hoffens öffnet – jedenfalls für dieses "Projekt Europa"."

Zur vollständigen Kritik
Süddeutsche Zeitung
Ekaterina Kel, 11. Apr 19
"Frljić, der freche Bühnenberserker, führt in Stuttgart das dringlich Politische seiner Gedankenwelt mit dem sinnlich Unmittelbaren sinnvoll zusammen. Das Reden überlässt er den Bildern. Hinter all den schrillen Kostümen, der Nacktheit, dem lauten Gebrüll und den zynischen Bemerkungen steht eine Frage: Kann Europa noch etwas anderes als die EU?"
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Die deutsche Bühne
Manfred Jahnke, 11. Apr 19
""Imaginary Europe" führt die Stärken der Frljićschen Ästhetik vor: grandiose Bilder, eine selbstreflexive Fähigkeit zur Selbstironie, manchmal im bilderbuchhaften Trash, wenn Adrian Pezdirc als Entertainer mit der Pappkrone auftritt, manchmal auch bloß als kabarettistische Einlage. Aber eines steht immer im Zentrum: das Spielen selbst. Es gelingt der Regie, Spielenergien des Ensembles nicht nur frei zu setzen, sondern auch zu bündeln. Claudia Korneev, Tina Orlandini, Tenzin Kolsch, Adrian Pezdirc, Jan Sobolewski und insbesondere Jasmina Polak überzeugen durch ihr Engagement. Ihre Fähigkeit, mit dem Plunder, der an den Seiten liegt, herumzuspielen, in Strapsen und abgerissenen Nylonstrümpfen aufzutreten (Kostüme: Sandra Dekanić) und dabei direkt mit dem Publikum zu kommunizieren; das wirkt so leicht wie gekonnt."
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SWR2
Karin Gramling, 11. Apr 19
"Dabei erschaffen sie eindrückliche Bilder…. Kannibalisiert sich Europa vielleicht gerade selbst? Eine Flut von möglichen Assoziationen prasselt auf die Zuschauer ein. … Aufgelockert ist der Abend mit den zum Teil witzigen Szenen, mit denen sich das Europa Ensemble vorstellt, und mit verteilten Rollen die eigenen Biografien erzählt. … die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler aus Polen, Deutschland und Kroatien umreißen, worüber wir alle diskutieren müssten, wenn ein gemeinsames Europa keine bloße Utopie bleiben soll. Ein rasanter Auftakt für das herausragende junge Ensemble, von dem man gerne noch mehr sehen möchte."
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Nachtkritik
Shirin Sojitrawalla, 10. Apr 19
"In einem der schönsten Momente indes formieren sich die Ensemble-Mitglieder zu eigenwilligen Engeln, die Togen in den Nationalfarben der drei Länder tragen und wie antike Statuen auf Sockeln stehen. Sandra Dekanić hat sich die herrlich überdrehten und folkloristisch versponnenen Kostüme für den Abend ausgedacht. … Die bemerkenswerteste Szene ist dann eine, in der die Biografien der einzelnen Spieler und Spielerinnen genial ineinanderfließen, sich vermischen, bis nicht mehr zu sagen ist, wer ich ist und wer du. Nach Art von Yael Ronen liefern die Anekdoten und Selbstbeschreibungen des Ensembles, mögen sie stimmen oder nicht, den Humus für eine eigene Geschichte der europäischen Idee."
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Kultura extra
Thomas Rothschild, 11. Apr 19
"Der zu Recht gefeierte aus Bosnien stammende Regisseur Oliver Frljić, der in Stuttgart bereits "Romeo und Julia" inszeniert hat, wurde mit der Leitung eines Europa Ensembles betraut… . Zu einer Europa-Feier lässt sich Frljić [in "Imaginary Europe"] allerdings zum Glück nicht hinreißen. Näher liegen ihm Kritik und Satire. "Wir sind Europa und niemand sonst", verkünden seine jungen Schauspieler. Frljić veräppelt auch das gängige Kunstgeschwafel und den Umarmungskitsch."
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Stuttgarter Zeitung
Nicole Golombek, 11. Apr 19
"Immer dann ist der Abend stark, wenn die Künstler ins Spielen kommen. Zu Beginn vor allem, wenn sie in folkloristischen Kostümen oder in Eisbärenkunstfell gehüllt, mit Koffern an einer Art Grenze stehen, immer wieder im Kreis gehen und sich neu anstellen. Alles sollen sie hergeben: Krawatten, an denen die Ehemänner sich aufgehängt haben ebenso wie krude Abtreibungsutensilien (in Polen ist Schwangerschaftsabbruch nur in wenigen Ausnahmefällen erlaubt), Spielbälle ihrer Hunde, am Ende ihre Kleidung und ihre Koffer, ihre Träume von Europa und überhaupt: ihre Identität. "Haben Sie Sinn für Humor?" fragt der Grenzer. "Geben Sie Ihren Humor an der Grenze der theatralen Utopie ab!""

"… das spielfreudige Ensemble [überzeugt]. Es bereichert das Stuttgarter Staatsschauspiel."

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Ludwigsburger Kreiszeitung
Arnim Bauer, 13. Apr 19
"…ein sehr lebendiger Abend, mit zuweilen schrägen, oftmals auch durchaus überraschenden Einfällen … , der kurzweilig das eine oder andere Schlaglicht auf diesen alten Kontinent und seine Suche nach einer neuen Identität wirft."
Südwest Presse
Otto Paul Burkhardt, 13. Apr 19
"Kurzum, das Ensemble gibt sich – trotz der genannten Abzüge – als kleine, radikale Minderheit zu erkennen, als streitbare Drei-Länder-Avantgarde, die zwischen poetischen Momenten und bitterböser Groteske das sucht, was längst Realität sein sollte: Europa."
Zur vollständigen Kritik
Einblick I: Unser Europa Ensemble stellt sich vor!
Einblick II: Ein Ensemble für Europa