Der Untergang der Titanic

von Hans Magnus Enzensberger
Nord
Premiere
zweite Hälfte der Spielzeit 2020/21
Am 14. April 1912 um 23:40 Uhr zerschneidet ein Eisberg den Rumpf der RMS Titanic und bringt in der Folge das größte Schiff der Welt zum Sinken. Von den 2201 Menschen an Bord können nur 711 gerettet werden, der Rest erfriert im eiskalten Wasser, das den auseinanderberstenden Koloss aus Stahl verschluckt.
In dreiunddreißig Gesängen umkreist Hans Magnus Enzensberger den Untergang der Titanic und mit ihm das Ende des bedingungslosen Fortschrittsglaubens. In seinem Rumpf birgt der Dampfer eine ganze Gesellschaft inklusive High Society, Mittelstandsbauch, Arbeiter*innen und blinde Passagier*innen. Immer tiefer steigen wir hinab unter Deck einer Zivilisation, die auf dem Wasser gebaut wurde und auf ständiges Wachstum angewiesen ist.
Man hatte geglaubt, das Schiff wäre unsinkbar und selbst wenn es sänke, wieviel Schiffe würden zeitgleich nicht sinken? Überhaupt gehe jede Innovation auf eine Katastrophe zurück und ein Eisberg sei weit und breit nicht zu sehen. Enzensbergers poetischer Text, den er in den krisengebeutelten Siebzigerjahren unter dem Eindruck von Wirtschaftskrise, Linksterrorismus, Anti-Atomkraft- und Friedensbewegung schrieb, gewinnt heute an Brisanz. Wie beständig ist unsere global vernetzte westliche Welt, wenn die Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels akuter werden? Der Regisseur Nick Hartnagel fragt sich zusammen mit dem Abschlussjahrgang Schauspiel der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, was passiert, wenn wir uns plötzlich im Kollisionskurs mit der Natur wiederfinden.

Eine Koproduktion mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart
Inszenierung
Bühne und Kostüme
Musik
Lukas Lonski
Dramaturgie

Besetzung

Wiktor Grduszak*
Cora Kneisz*
Natalja Maas*
Jonas Matthes*
Liliana Merker*
Félicien Moisset*
Jakob Spiegler*
*Gäste*Guests