Last Park Standing

von Ebru Nihan Celkan
aus dem Türkischen von Oliver Kontny
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
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https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Kammertheater
Dauer – ca. 1:45 Std, keine Pause
Deutschsprachige Erstaufführung
Do – 31. Okt 19
Karten
https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
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https://www.schauspiel-stuttgart.de/ Schauspiel Stuttgart Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Zwei Umwälzungen, die zur selben Zeit einen Menschen ergreifen: eine gesellschaftliche Bewegung, die sich Bahn bricht und dazu eine neue Liebe. Eine Liebe zwischen Janina aus Berlin und Umut aus Istanbul. Beide Bewegungen beginnen voller Optimismus, aber die eine endet schnell in Gewalt und setzt die andere einer endlos scheinenden Zerreißprobe aus.
Juni 2013: Umut und Janina begegnen sich während der Aufstände in Istanbul. Dort, wo alles mit der Verteidigung von Bäumen, mit einer friedlichen Demonstration und einem Fest begonnen hatte, verlieben sie sich ineinander. Obwohl sie in verschiedenen Städten leben, gelingt es ihnen, ihre Beziehung zu leben.
Als der politische Druck in der Türkei zunimmt und die sozialen Verhältnisse sich ändern, bittet Janina Umut, ihre Heimat zu verlassen und mit ihr in Berlin zu leben. Aber was wird dann aus ihrem homosexuellen Freund Ahmet, mit dem sie gemeinsam Proteste organisiert und als angehende Arbeitsrechtsanwältin den Verfolgten in der Türkei zur Seite stehen will? Umut muss sich entscheiden. Wie wichtig sind ihr Heimat, Familie, das gesellschaftliche Engagement und die Solidarität mit ihren politischen Freunden in der Türkei? Wie wichtig sind ihr persönliches Glück, die Liebe zu Janina, die eigene Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben in Berlin?
Ebru Nihan Celkan hat ein feinfühliges Stück geschrieben, über eine Beziehung, die zwischen den Kontinenten und der Zeit zu zerreißen droht.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass in dieser Produktion Stroboskoplicht zum Einsatz kommt.
Inszenierung und Video
Kostüme
Musik
Dramaturgie

Audio-Einführung zu "LAST PARK STANDING (DSE)" gesprochen von Anne-Marie Lux

Pressestimmen

Theater heute
Verena Großkreutz, 04. Nov 19
"In Nuran David Calis’ bei allem politischen Tiefgang sehr unterhaltender Inszenierung werden auf der Bühne weder Protestaktionen noch Polizeieinsätze gezeigt. Sie vermitteln sich in den Dialogen der vier Bühnenfiguren, im Spiel des dreiköpfigen Ensembles und in der klaustrophobischen Atmosphäre, die das Bühnenbild von Irina Schicketanz evoziert."

"Valentin Richter spielt den Traumatisierten [Ahmet] ungeheuer einfühlsam, wie er dann auch in der Rolle der politisch höchst aktiven Transgenderfrau Deniz mit ihrem Aufsehen erregenden Auftritt in Glitzer-Teufel-Outfit brilliert."

"Umut ist eine starke Bühnenfigur, und die phänomenale Josephine Köhler spielt sie überzeugend: diese ungebrochene Kraft einer Widerständigen. Müde, verzweifelt, zerrissen zwar, aber doch immer sehr entschieden und tatkräftig – auch in Sachen Liebe."

Nachtkritik
Steffen Becker, 01. Nov 19
"… Anne-Marie Lux als Janina und Josephine Köhler als Umut [geben] ein in jeder Hinsicht großartiges Paar [ab]. Die Chemie stimmt – beim Tanzen, Saufen, Streicheln, Streiten und Leiden. Zwei toughe Figuren zeigen, wie sie unter dem Druck der Verhältnisse allmählich die Nerven verlieren. Die große Politik ist nicht zu sehen und doch omnipräsent in der Beziehung der Frauen ... . Damit gelingt "Last Park Standing" ein intensiveres Bild von der Belastung und Zerrissenheit der türkischen Gesellschaft als es die Darstellung von Protest-Action vermocht hätte. Dennoch ist die Inszenierung kurzweilig."

"[Valentin Richters] Schilderung einer Verhaftung ist eindringlich, aber eben nicht melodramatisch. … [Und er] bekommt noch eine Chance, zu glänzen. Als Nebenfigur einer Drag Queen, die Umut zum Schluss zu einer weiteren Demonstration animieren will."

Zur vollständigen Kritik
Südwest Presse
Otto Paul Burkhardt, 02. Nov 19
"Regisseur Nuran David Calis verstärkt den multimedialen Ansatz der Autorin noch, setzt neben Textmessages auch Videosequenzen ein – spiegelt so die Praxis online vernetzter Oppositionsbewegungen. So erzeugt er eine flirrende Atmosphäre – im Spannungsfeld zwischen politisch und privat, zwischen Widerstand und der Suche nach Glück. ... Den drei Darstellern ... gelingt es, emotional bedrängend die fatalen Folgen einer Atmosphäre der Angst zu zeigen."

"Fazit: Theater über Liebe und Politik, stark gespielt, präzise inszeniert."

Zur vollständigen Kritik
Ludwigsburger Zeitung
Arnim Bauer, 02. Nov 19
"Eine kleine Herausforderung für den Regisseur Nuran David Calis, diese Beziehung in den Zeitsprüngen … auf der Bühne zu visualisieren. Er tut dies in einem bemerkenswerten Bühnenbild von Irina Schicketanz – einer Art gläserner Wintergarten. … So hat Calis die Möglichkeit, diesen sowohl inhaltlich wie auch von der Theaterästhetik her spannenden Abend kraftvoll zu gestalten, treffsicher als modernes Drama zu zeigen, wie die Umstände das persönliche Glück verhindern."

"Letztendlich sieht man hier zwei Frauenfiguren, ganz aus dem Leben gezeichnet, von zwei prächtig harmonierenden Darstellerinnen dicht am Leben gespielt, mit viel Feingefühl für die richtigen Nuancen, für die Zwischentöne, für die Ambivalenzen, die vor allem Josephine Köhler darzustellen hat und die das in großartiger Manier auch tut. Und so gelingt die Absicht der Autorin vollauf, ein differenzierteres Bild ihres Heimatlandes zu zeichnen, das aber eher furchtbarer ist, als das, was uns die Fernsehbilder erzählen."

dpa
Martin Oversohl, 02. Nov 19
"Regisseur Nuran David Calis gelingt es, die Zerrissenheit der Protagonisten in Zeitsprüngen und multimedial mit Handyvideos auf einer Leinwand über der Bühne näherzubringen. Anne-Marie Lux und vor allem Josephine Köhler spielen sich nachvollziehbar durch die Zerreißprobe … in dieser Liebe auf Distanz."
Zur vollständigen Kritik
Spiegel Online
Wolfgang Höbel, 01. Nov 19
"Es ist das Porträt zweier junger Frauen in Flammen, das auf der Bühne des Stuttgarter Staatsschauspiels zu bewundern ist… "Last Park Standing" erzählt beklemmend von Angst, ohnmächtiger Wut und anderen Seelennöten, die das Leben in einem Land verursacht, dessen Bürger sich auf rechtsstaatliche Garantien nicht verlassen können."
Deutschlandfunk Kultur
Christian Gampert, 01. Nov 19
"Man erfährt bei Ebru Nihan Celkan einiges über die Verzweiflung und Gefährdung der türkischen Opposition, die 2015 einen Wahlerfolg hat, nach dem Putschversuch 2016 aber völlig mundtot gemacht wird."

"[D]ie beiden Schauspielerinnen Josephine Köhler und Anne-Marie Lux [machen] das großartig… . Sie machen aus dem Beziehungsclinch keine Saalschlacht, sondern ein sehr vorsichtiges Herantasten, Voneinander-Abrücken und dann doch Voneinander-Nicht-Lassen-Können. Josephine Köhler ist die türkische Oppositionelle: innerlich stark, aber auch stark verunsichert in der Beziehung zu einer Frau. Sie kämpft mehr mit sich selber. Anne-Marie Lux ist die viel selbstbewusstere Deutsche, die auch mal richtig heftig werden kann."

Stuttgarter Nachrichten
Nicole Golombek, 02. Nov 19
"Die türkische Autorin Ebru Nihan Celkan stellt eindrücklich die Frage, wie politisch das Private ist."

"Dennoch gelingen den Darstellern Szenen, die von Klaustrophobie und Panik, Angst und Wut erzählen. Etwa wenn Valentin Richter als Ahmet von Vergewaltigung im Gefängnis spricht, wenn Ahmet und Umut (Josephine Köhler) einander umarmen, weinen, schweigen, weil es manchmal keine Worte gibt. Oder wenn Anne-Marie Lux’ Janina mit einer aufgekratzten Hey-was-soll’s-lass-uns-feiern-Haltung daherkommt und der Horror in ihrem Blick davon spricht, wie sie sich um Umut sorgt."

"[Es] wird klar, was Ebru Nihan Celkan und das Ensemble mit spielerischer Dringlichkeit vorführen. Es steht schrecklich um die Liebe und das Leben überall da, wo die Freiheit, die Demokratie von ihren Bürgern abgewählt werden."

Zur vollständigen Kritik
Süddeutsche Zeitung
Adrienne Braun, 02. Nov 19
"Ebru Nihan Celkan verhandelt in ihren Stücken selbstverständlich, was in der Theaterliteratur bis heute nicht ernsthaft angekommen ist: sexuelle Vielfalt."

"…ein Stück, das die Lebenswelt der jungen Generation künstlerisch aufgreift."

Stuttgarter Zeitung
Roland Müller, 02. Nov 19
"Mit seinem schwul-lesbischen Personal ist "Last Park Standing" nicht zuletzt ein Statement für die türkische Regenbogen-Community, was abermals für die unerschrocken aufrechte Haltung der Autorin spricht."

Deutschlandfunk Kultur Fazit
Michael Laages, 31. Okt 19
"Es sind zwei interessante junge Schauspielerinnen, …. Josephine Köhler und Anne-Marie Lux . Sie machen das in ihren Rollenpartien ziemlich engagiert und ziemlich auf den Punkt."
Audio-Einführung zu "LAST PARK STANDING (DSE)" gesprochen von Anne-Marie Lux