Kleiner Mann
– was nun?
Kammertheater
ab Klasse 10
Dauer – ca. 1:35 Std., keine Pause
Premiere
Sa – 17. Okt 26
Sa – 17. Okt 26
Sachlich und nüchtern fasste der Autor Hans Fallada die Handlung seines Romans zusammen: „Ehe und Wehe von Johannes Pinneberg, Angestellter, verliert seine Stellung, bekommt eine Stellung, wird endgültig arbeitslos. Einer von sechs Millionen, ein Garnichts, und was der Garnichts fühlt, denkt und erlebt.“
Der „kleine“ Mann, das ist Pinneberg, der mit seiner Frau Emma, genannt Lämmchen, und dem gemeinsamen Kind mit aller Kraft und doch vergeblich versucht, ein bürgerliches Leben zu führen. Fallada beschreibt den täglichen Überlebenskampf von der Hand in den Mund des frisch verheirateten Paars. Jeder Pfennig muss umgedreht, jeder Schritt und jede Anschaffung genau bedacht werden. Denn die Zeiten sind wüst und prekär: Massenarbeitslosigkeit, die Sorge davor, selbst „abgebaut“ zu werden, „stempeln gehen“ zu müssen, das immerwährende Damoklesschwert des sozialen Abstiegs, Zukunftsangst: Was nun?
1932 erschienen, am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung und in den letzten Zügen der krisengeschüttelten Weimarer Republik, traf der Roman einen Nerv und wurde als „Falladas Volksbuch“ zum Welterfolg. Erst 2016, über 80 Jahre später, erschien die vollständige Originalfassung – ein Viertel des Textes war aus verlags- und gesellschaftspolitischen Gründen getilgt worden: Berliner Lokalkolorit, Szenen aus dem rauschhaften Nachtleben der frühen 1930er-Jahre, sexuelle Freizügigkeit und politische Einordnung der Figuren in Nazis oder Kommunist*innen – scharfe Beobachtungen an diesem verhängnisvollen Kipppunkt der deutschen Geschichte sind hier endlich abgebildet.
Zino Wey beleuchtet in seiner Inszenierung die Zeitlosigkeit und Aktualität der Sorgen des „kleinen“ Mannes: Zeitenwende, Wertewandel, Verrohung, Populismus – Parallelen zwischen der Weimarer Zeit und der unsrigen drängen sich auf und die titelgebende Frage stellt sich erneut. Pinneberg und Lämmchen aber haben zumindest einander und geben sich Halt durch alle Krisen hindurch.
Der „kleine“ Mann, das ist Pinneberg, der mit seiner Frau Emma, genannt Lämmchen, und dem gemeinsamen Kind mit aller Kraft und doch vergeblich versucht, ein bürgerliches Leben zu führen. Fallada beschreibt den täglichen Überlebenskampf von der Hand in den Mund des frisch verheirateten Paars. Jeder Pfennig muss umgedreht, jeder Schritt und jede Anschaffung genau bedacht werden. Denn die Zeiten sind wüst und prekär: Massenarbeitslosigkeit, die Sorge davor, selbst „abgebaut“ zu werden, „stempeln gehen“ zu müssen, das immerwährende Damoklesschwert des sozialen Abstiegs, Zukunftsangst: Was nun?
1932 erschienen, am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung und in den letzten Zügen der krisengeschüttelten Weimarer Republik, traf der Roman einen Nerv und wurde als „Falladas Volksbuch“ zum Welterfolg. Erst 2016, über 80 Jahre später, erschien die vollständige Originalfassung – ein Viertel des Textes war aus verlags- und gesellschaftspolitischen Gründen getilgt worden: Berliner Lokalkolorit, Szenen aus dem rauschhaften Nachtleben der frühen 1930er-Jahre, sexuelle Freizügigkeit und politische Einordnung der Figuren in Nazis oder Kommunist*innen – scharfe Beobachtungen an diesem verhängnisvollen Kipppunkt der deutschen Geschichte sind hier endlich abgebildet.
Zino Wey beleuchtet in seiner Inszenierung die Zeitlosigkeit und Aktualität der Sorgen des „kleinen“ Mannes: Zeitenwende, Wertewandel, Verrohung, Populismus – Parallelen zwischen der Weimarer Zeit und der unsrigen drängen sich auf und die titelgebende Frage stellt sich erneut. Pinneberg und Lämmchen aber haben zumindest einander und geben sich Halt durch alle Krisen hindurch.
Inszenierung / Bühne / Video
Kostüme
Musik
Licht
Kamera, Schnitt (Filmdreh)
Roman Müller
Mitarbeit Video
Dramaturgie
Dramaturgische Beratung

… Dabei mimen sie ihre viel jüngeren Bühnencharaktere mit solch feiner Zeitlosigkeit und berührender Innigkeit füreinander, dass der offenbare Altersunterschied keine Bedeutung spielt. Schön auch die unaufgeregte, fast sachliche Szenerie …
… Lukas Hubers Musik … untermalt die Abwärtsspirale der jungen Familie genauso wie die schwarzweißen Originalvideos von trostlosen Häusersiedlungen oder wuseligen Massendemonstrationen. …
… Am Ende gibt‘s doppelten Applaus im Kammertheater: Für eine dichte Inszenierung, die wie nebenbei auch auf die großen gesellschaftspolitischen Themen und Polarisierungen unserer Tage verweist. Und für Burgstaller und Hintermaiers schauspielerische (Lebens-)Leistung, die freilich vorläufig noch nicht endet …
Zur vollständigen Kritik
… Zwei Schauspieler, ein bescheidenes Einheitsbühnenbild, Kostüme ohne Glanz und Glitzer – Kleiner Mann – was nun? erinnert uns wieder einmal daran, wie wenig Aufwand für großes Theater vonnöten ist. Der Zuschauer wird nicht mit Reizen erschlagen. Hier ist Platz für seine Einbildungskraft …
… Die grüne Spielfläche im Kammertheater gleicht einem riesigen Billardtisch. Hinzugefügt werden Projektionen von Filmaufnahmen aus dem alten Berlin und Blasmusikfragmente. Gabriele Hintermaier und Boris Burgstaller wandeln auf dem schmalen Grat zwischen Realismus und Stilisierung. … Es fällt nicht leicht, Lämmchens Optimismus, mit dem der Roman und das Bühnenstück enden, zu teilen. Die Handlung klingt aus im Jahr vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. …
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