Zwischen zwei Menschen entsteht manchmal, wie selten, eine Welt
Schauspielhaus
ab Klasse 10
Dauer – ca. 5:00 Std,
2. Pause nach ca. 3:15 Std.
2. Pause nach ca. 3:15 Std.
Premiere
Sa – 26. Sep 26
Sa – 26. Sep 26
Hannah Arendt gibt die Welt nicht auf, sie will sie verstehen. Denn Verstehen bedeutet für sie „die spezifisch menschliche Weise, lebendig zu sein“, aber auch „unvoreingenommen und aufmerksam der Wirklichkeit, wie immer sie ausschauen mag, ins Gesicht zu sehen und ihr widerstehen“. Faschismus, Konformismus und Gewalt prägten ihr Leben. Verstehen-Wollen war dabei auch eine Form des Widerstands. Den Mut dazu schöpfte sie aus dem ihr eigenen Urvertrauen, dem „Weltvertrauen“ des gemeinsamen Menschseins. Für sie ist Denken ein innerer Dialog, der erst im Austausch mit anderen entsteht. Aus Begegnungen mit bedeutenden Intellektuellen ihrer Zeit wurden intensive Freundschaften, wie mit Günther Anders (mit dem sie für kurze Zeit verheiratet war), Karl Jaspers, Walter Benjamin, Hans Jonas, Gershom Scholem, Theodor W. Adorno oder mit ihrem zweiten Mann Heinrich Blücher. In diesen Freundschaften fand sie eine Heimat, die sie mit dem Nationalsozialismus verloren hatte.
1924 begann Hannah Arendt bei Martin Heidegger Philosophie zu studieren. Ein geheimes Liebesverhältnis mit dem verheirateten Heidegger war die Folge. Trotz seines Engagements im Nationalsozialismus sowie seiner Mitgliedschaft in der NSDAP – die einen tiefen Bruch in der Beziehung nach sich zog – blieb eine lebenslange, intellektuelle und persönliche Verbundenheit bestehen.
Elfriede Jelineks Theatertext Totenauberg, angelehnt an Todtnauberg, wo Heidegger zeitweise lebte, setzt sich ebenso mit dessen zerstörerischem Naturkult wie mit der Beziehung zu seiner Meisterschülerin auseinander. Anders als Heideggers berüchtigtes Schweigen brachte Arendt die Vergangenheit vielstimmig zum Sprechen: die eigene Flucht, den nationalsozialistischen und den stalinistischen Terror. 1961 verfolgte sie, inzwischen amerikanische Staatsbürgerin, als Reporterin den Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem. Die Inszenierung nähert sich dieser unbestechlichen Denkerin des 20. Jahrhunderts basierend auf ihren eigenen Briefen und Texten sowie auf Jelineks Stück. Sie findet an unterschiedlichen Orten im Schauspielhaus statt.
1924 begann Hannah Arendt bei Martin Heidegger Philosophie zu studieren. Ein geheimes Liebesverhältnis mit dem verheirateten Heidegger war die Folge. Trotz seines Engagements im Nationalsozialismus sowie seiner Mitgliedschaft in der NSDAP – die einen tiefen Bruch in der Beziehung nach sich zog – blieb eine lebenslange, intellektuelle und persönliche Verbundenheit bestehen.
Elfriede Jelineks Theatertext Totenauberg, angelehnt an Todtnauberg, wo Heidegger zeitweise lebte, setzt sich ebenso mit dessen zerstörerischem Naturkult wie mit der Beziehung zu seiner Meisterschülerin auseinander. Anders als Heideggers berüchtigtes Schweigen brachte Arendt die Vergangenheit vielstimmig zum Sprechen: die eigene Flucht, den nationalsozialistischen und den stalinistischen Terror. 1961 verfolgte sie, inzwischen amerikanische Staatsbürgerin, als Reporterin den Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem. Die Inszenierung nähert sich dieser unbestechlichen Denkerin des 20. Jahrhunderts basierend auf ihren eigenen Briefen und Texten sowie auf Jelineks Stück. Sie findet an unterschiedlichen Orten im Schauspielhaus statt.
Hinweis zur Barrierefreiheit
Die Vorstellung findet an verschiedenen Orten im Schauspielhaus statt und ist daher nur eingeschränkt barrierefrei. Der Zugang zur Hinterbühne und der Rückweg führen jeweils über vier Stufen mit Handlauf. Besucher*innen, die auf einen Rollator angewiesen oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, bitten wir, dies bei der Planung ihres Vorstellungsbesuchs zu berücksichtigen.
Die Vorstellung findet an verschiedenen Orten im Schauspielhaus statt und ist daher nur eingeschränkt barrierefrei. Der Zugang zur Hinterbühne und der Rückweg führen jeweils über vier Stufen mit Handlauf. Besucher*innen, die auf einen Rollator angewiesen oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, bitten wir, dies bei der Planung ihres Vorstellungsbesuchs zu berücksichtigen.
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Musik
Licht
Dramaturgie
Regisseur Burkhard C. Kosminski über seine neue Inszenierung zu Hannah Arendt am Schauspiel Stuttgart
SWR Kultur aktuell: 25.09.2026, 06:00

Zeigen, was ist und war – diesen Ansatz, der das zu Unrecht als verstaubt geltende Dokumentartheater reaktiviert, verfolgt das Schauspiel Stuttgart konsequent. Wohl auch, um den Verschwörungstheorien rechter Demagogie mit einem Wahrheitsanspruch zu begegnen.
Dafür stand auch Leben und Werk der Philosophin Hannah Arendt …
… Obschon die spektakuläre Inszenierung zeitlich ausufert, überzeugt sie auf ganzer Linie. Ohne ins Plakative abzugleiten, liest sie sich als souveräner Kommentar auf autoritäre Verführungsversprechen der Gegenwart, auf die Arendt eine Antwort gegeben hätte: Widerstand!
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… die ersten drei Stunden überzeugten mit gespielten Interview-Passagen, Liebesbrief-Szenen und einem von Therese Dörr gesprochenen Vortrag zu Heideggers 80. Geburtstag, in dem klar wird, was Arendt vor allem an Heidegger fasziniert haben dürfte – sein Denken. …
… Dörr leitet zum grandiosen Teil mit dem Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit auf der Schauspielhausbühne über. Arendt und Cohn-Bendits Eltern hatten sich im französischen Exil kennengelernt …
… inspiriert von Arendts Europa-Idee entwirft er einen Befriedungsplan und eine Nahost-Allianz. … Heftiger Szenenapplaus. Dafür allein lohnt der Besuch.
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… Wunderbar genau performt Therese Dörr den Brief von Hannah Arendt zum 80. Geburtstag von Martin Heidegger in der ersten Pause ... Es folgt der Höhepunkt des Abends …: der Auftritt von Daniel Cohn-Bendit, der mit seinen 81 Jahren vor Energie wie ein Vulkan sprüht. Er erzählt nicht nur von seinen Begegnungen mit Hannah Arendt und von der Situation der Juden Ende der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, sondern auch viel über sich. Sein flammender Einsatz für Europa überzeugt ebenso wie seine Differenzierung zwischen Zionismus und Jüdisch-Sein. Da explodiert einer auf der Bühne vor politischer Leidenschaft … Und fordert etwas, was auch Arendt einforderte: Widerstehen können. Kurz: ein großer Ausbruch, der die Wirklichkeit in das Theater holt. …
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